Isolde Schaad

«Isolde Schaads Respektlosigkeiten sind erfrischend, ihre Formulierungen zuweilen so brillant, dass sie wie Laserstrahlen blanke Gerippe freilegen.» Hochparterre
Isolde Schaad, geboren 1944 in Schaffhausen, lebt seit 1967 in Zürich und gehört zu den namhaften Schweizer Autorinnen der 68er Generation. Ihre Spezialität ist die kritische Gesellschaftsbetrachtung, die sie mit Scharfsinn, Humor und hohem sprachlichen Können der nahen und fernen Umgebung widmet. Schon ihre Buchtitel zeugen davon: «Knowhow am Kilimandscharo», erschien 1984 und wurde vom heissen Eisen zum Ethnoklassiker. 1986 folgte die «Zürcher Constipation», 1989 «KüsschenTschüss», die beide zu helvetischen Bestsellern wurden. Es folgten «Body & Sofa», die Erzählungen aus der Kaufkraftklasse, 1994, «Mein Text so blau» 1997 (Buch des Jahres der Schweizer Schillerstiftung), der Roma «Keiner wars» 2001, sowie die Porträtsammlung «Vom Einen., Literatur und Geschlecht», 2004. Der Roman «Robinson und Julia», 2010, an Erzählkraft und literarischer Phantasie ein Höhepunkt in ihrem Schaffen, erfuhr ein beeindruckendes Presseecho und grosse Anerkennung von Leserschaft und Kennern von Schaads Werk. Auch hat die Autorin als Künstlerstochter von jeher der bildenden Kunst ihre Reverenz erwiesen; anrührend gehaltvoll geschah dies in der zusammen mit K. Unger und T. Grütter verfassten, 1980 erschienenen Monografie «Kunstmaler Werner Schaad (1905–1979)», eine Arbeit, die der Kunstgeschichte der Schweiz und des süddeutschen Raumes eine neue, soziologische Dimension erschloss.

Bücher:

  • Monografie über meinen Vater, den Maler Werner Schaad (mit Tina Grütter, Klaus Unger), Meili Verlag 1980
  • Knowhow am Kilimandscharo, 1984
  • Die Zürcher Konstipation, 1986
  • Küsschentschüss, 1989
  • Body & Sofa, 1994
  • Mein Text so blau, 1997
  • Keiner wars Roman, 2001
  • Vom Einen, 2004
  • Robinson und Julia. Roman, 2010
  • Am Äquator. Erzählungen, 2014

 

Stücke, Dialoge und Sketches

  • Zürcher Abgeschmecktes, Berlin 1986
  • Das Grinsen hinter dem Bürotisch, Zürich 1989
  • Überall alle, Dreiakter für das Vaudeville Theater, Zürich 1990
  • Echt ehrlich total, Zürich 1992
  • Body & Hut, Dreiakter für das Vaudeville Theater, 1994
  • Auroras Nachlass, Stück in 5 Akten, 1994
  • Ehepaar im Boudoir, Szenische Aufführung, 1996
  • Scheitert die Schweiz? Eine Szenische Befragung, 1998
  • Brauchen wir noch eine Demokratie, 1998
  • Ein Wind kommt auf, Musikstafette im Haus konstruktiv, Zürich 2000
  • Georg kommt in den Himmel, satirischer Einakter zur Ausschaffungsfrage, Zürich 2001
  • Schaffhauser Jazzgespräche, Zürich 2002
  • Stück in 5 Akten für das Jubiläum der Kantonsschule Küsnacht, Zürich 2009
  • Zürcher Brockenhaus Performance, Zürich 2012
  • Balladen zur Finanzkrise, Zürich 2013
  • Texte und Reden zu Ausstellungen der Fabrikkünstlerinnen, Zürich 2006–2011
  • Robinson und Julia... und kein Liebestod, Hörbuch nach dem gleichnamigen Roman, gelesen von Wolfram Berger und Barbara Horvath, Zürich 2014

 

Essays, Reportagen und Features (Auswahl)

  • Schreiben mit der hohlen Hand, wovon leben die CH Schriftsteller?, Weltwoche 1970
  • Die Wissenschaft von Robinson und Freitag, Neue Zürcher Zeitung Kultur 1978
  • Die Totale der Naturkatastrophe Tagesanzeiger Kultur 1979
  • Heimatschutz Belletristik, Tagesanzeiger 1980
  • Transportprobleme mit einem Genie, Tagesanzeiger Magazin, 1981
  • Wir sind besser als unsere Theorie, Die Wochenzeitung 1982
  • Der Taylorismus kommt ins New Age Fabrikreportagen, Limmat 1986
  • Die bessere Hälfte des Arbeitsfriedens, Tagesanzeiger Sonderbeilage Arbeit 1987
  • Unbekannt vertraut: Der Ungebrauchsgegenstand, Museum für Gestaltung 1987
  • Die Reste des Paradieses, Reportage, Neue Zürcher Zeitung am Wochenende, 1988
  • Vom kleinen Unterschied in: Das Verschwinden der Wirklichkeit, DU 1991
  • Dieter Hall, Ölmalerei, Vom Glühen der Dinge, 1991
  • Vom Zustand einer Hoffnung, Epilog Denkerinnen, DU 1993
  • Inseln der Autonomie, Ruth Zürcher, Textilkünstlerin, Zürich 1994
  • Die Politik des Winterhilfemantels, Leitartikel Neujahr Tagesanzeiger 1993
  • Das Böse, weiblich, Die Zeit Feuilleton 1993
  • Ach Europa, Hopp Schwyz, Die Wochenzeitung 1994
  • Die Emanzipation der Kinder Gottes, Neue Zürcher Zeitung am Wochenende 1995
  • Mein Lied, mein Song, über Friederike Mayröcker,  DU 1995
  • Attilio Zanetti Rigi, Auslandschweizerkünstler, 1995
  • Das afrikanische Lachen, Arche Afrika, DU 95/96
  • Alles im Keller, Der Bodenschatz der Schweiz, Satire, DU 8/98
  • Max Frisch und die Frauen, Vortrag im Münchner Literaturhaus, erweitert WOZ 7/98
  • Isa Hesse, Filmemacherin, Monografie, Benteli, 1998
  • Das Frauenbild bei Peter Handke, Text & Kritik, Göttingen, 1999 (6 Auflagen) über Hans Magnus Enzensberger, DU 10/99
  • Der ewige Frevel, Tabubruch im Werk von Elfriede Jelinek, DU 11/99
  • Dunkel zu sagen, Sigrid Weigel über Ingeborg Bachmann, Der Bund Bern
  • Simone de Beauvoirs transatlantische Liebe, Der Bund, 12/99
  • Romeo und Julia in Sizilien, Tagesanzeiger Reportage 1999
  • Louise und die Schirmherrschaft, Erzählung. In: Zeiträume, Limmat 2000
  • Kleidermeuten, Essay. In: Kursbuch Stilfragen, Rowohlt Berlin, 12/00
  • Grüezi, Salü, Ciao, über Zürich in der Von-Tobel-Reihe 2000 (Englische Edition, translated by Malcolm Pender, 2000)
  • Verpackungswelten, literarische Anthologie, 150 Jahre SIG, Meier + Cie, Schaffhausen 2003
  • Motte im Datenkleid, Der Stellvertreter, Anthologie, hrsg. Margrit Raguth, Benteli 2005
  • Ein Roth und seine Zumutungen. In: Der literarische Blick, Schriftsteller über Kunst, Limmat 2008
  • Bis unter die Haut, über das Porträt im Werk von Rosina Kuhn, Benteli 2011
  • Komma und Fragezeichen, Die Stadt beim Älterwerden, hrsg. Ombudsstelle Stadt Zürich, 2011
  • Aussersihl goes Chicago. In: Grösser als Zürich, Scheidegger & Spiess, 2012

 

Dialogstücke, Stories, Kolumnen, Auswahl

  • Serienkrimi zum Thema „Rauchen“, zus mit Milena Moser, Peter Zeindler, Ulrich Knellwolf, Peter Stamm, Sonntagszeitung Nov.–Jan. 2000/01
  • Ewige Werte, Kolumne. Tagesanzeiger Magazin 1998–2001
  • Küchengespräche, Die Wochenzeitung 2001
  • Völlig unreflektiert, als Mann, dieses Genie! Über Elias Canetti, Anthologie, hrsg. Werner Morlang,  Nagel & Kimche 2005
  • Müllers Lust- in: Im ganzen Land schön, hrsg. Dieter Bachmann, Anthologie, Limmat 2006
  • Die Schweizerreise, Anthologie, hrsg, Dirk Vaihinger,  Nagel & Kimche, 2008 (französische Edition: Un voyage en Suisse, traduit par François Conod, Campiche 2013)
  • Der Apfeltest. In: Die Zukunft der Schweiz, Anthologie, DRS und Verlag NZZ 2010
  • Schweigen ist Gold – eine Ermittlung. In: Über Geld schreibt man doch, Anthologie, hrsg. Thomas Brändle und Dominik Riedo, CH PEN und Zytglogge Verlag, 2011
  • Kolumne für Neue Wege, Beiträge zu Religion und Sozialismus, Zürich 2010–13
  • Es funktioniert, Kurzessay, KulturTipp, Zürich 7/8/2013
  • Balladen zur Finanzkrise, zus. mit Ruth Schweikert, Roland Merk, Neumarkttheater, Zürich 2013
  • Nichtmehr und Nochnicht, literarisches Zwischenspiel. In: Dazwischen – Von der Wohnungstüre zur Trottoirkante, Broschüre zu 100 Jahre Werkbund (SWB) 2014
  • Hinschauen, wo es wehtut, 20 Jahre Augenauf, Asylorganisation, Zürich 2015

 

Über Isolde Schaad

  • 25 Years of Emancipation? Women in Switzerland. Glasgow/Bern 1997
  • Text und Kritik, Sonderband Schweiz, Göttingen 1998
  • Beatrice von Matt: Frauen schreiben die Schweiz. Frauenfeld/Stuttgart/Wien 1998
  • Julia Sheffer: Die Sprache aus dem Bett reissen: feminist satire in the works of Elfriede Jelinek und Isolde Schaad. Washington 2001

 

Porträts und Werkanalysen

Stauffer-Duchamp, Edward Kienholz, Dieter Hall, Rosina Kuhn, Hanny Fries, Ruth und Maya Zürcher, Irene von Moos,Bigna Corradini, Marianne Eigenheer, Urs B. Roth, Willy Diriwächter, Attilio Zanetti Righi, Les Diaboliques (Schweizer/ Nichols/ Léandre, Barbara Sichtermann, Niklaus Meienberg, Peter Bichsel, Tahar Ben Jelloun, Assia Djebar, Friederike Mayröcker, Elfriede Jelinek, Hannah Arendt u.a.

Werkbeiträge

1985 Werkbeitrag des Kantons Zürich
1987 Werkbeitrag der Stadt Zürich
1989 Werkbeitrag der Pro Helvetia
1994 Werkbeitrag des Kantons Zürich
1997 Stipendium der Pro Helvetia für eine USA Vortrags/Lesereise mit Aufenthalt an der Washington University, St. Louis, Miss ( Auf Einladung der Universität)
2000 Werkbeitrag der Steo Stiftung, Zürich
2000 Werkbeitrag der Cassinelli Vogel Stiftung, Zürich

Auszeichnungen

1980 Ehrenliste des internationalen Hans Christian Andersen Preises für aussergewöhnliche Jugendliteratur ( zusammen mit Hedi Wyss)
1991 Zürcher Journalistenpreis
1993 Blinde Passagiere, 2. Preis der Publikumsjury für Minutengeschichten (Co-Produktion DRS/VBZ).
1996 2. Preis im Kurzgeschichtenwettbewerb der Bank Leu.
1997 «Buch des Jahres» der eidgenössischen Schillerstiftung (Mein Text so blau).
1997 Ehrengabes des Kantons Zürich.
1999 Preis des BAK ( Bundesamt für Kultur) für das literarische Schaffen.
1999 Aufnahme in das Cambridge Biographical Lexikon für international anerkannte AutorInnen, Camdridge E.
2000 Ankauf und Eröffnung des literarischen und zeichnerischen Archivs durch das Schweizerische Literaturarchiv, Bern.
2001 Aufnahme in das internationale Who is Who of professional Women of outstanding work, USA
2001 Werkbeitrag des Kantons Zürich
2002 Schillerpreis der ZKB
2003 Werkbeitrag der Stadt Zürich
2004 Kunstpreis der Stadt Schaffhausen
2014 Ehrenmedaille des Kantons Zürich
2014 Ehrengabe der Stadt Zürich

 

Isolde Schaad im Limmat Verlag

Robinson und Julia

Robinson und Julia

Am Äquator. Die Ausweitung der Gürtellinie in unerforschte Gebiete

Am Äquator. Die Ausweitung der Gürtellinie in unerforschte Gebiete

Robinson und Julia

Robinson und Julia

Der literarische Blick

Der literarische Blick

Im ganzen Land schön

Im ganzen Land schön

Vom Einen

Vom Einen

Keiner wars

Keiner wars

Zeiträume

Zeiträume

Mein Text so blau

Mein Text so blau

Body & Sofa

Body & Sofa

KüsschenTschüss

KüsschenTschüss

Fabrikbesichtigungen

Fabrikbesichtigungen

Die Zürcher Constipation

Die Zürcher Constipation

Know-how am Kilimandscharo

Know-how am Kilimandscharo

Wendepunkt

Wendepunkt