Friedrich Glauser
© Gotthard Schuh / Fotostiftung Schweiz

Friedrich Glauser

«Mit leidenschaftlicher Kühle entwickelt der grosse Glauser in jedem Buch ein anderes rätselhaftes Fluidum. So erreicht er eine Suggestion, die nach der Lektüre anhält, selbst dann noch, wenn man Handlung und Pointen längst vergessen hat. Der Schriftsteller zielt damit auf jenen ursprünglichen Menschen in uns, dem, wie Herder sagt, die Gefühle nur noch ‹zusammengewebt› sind.» Neue Zürcher Zeitung  
Biographie

1896 4. Februar: Friedrich´Karl Glauser in Wien geboren.
1900 Die  Mutter stirbt.
1902 Eintritt in die Evangelische Volksschule am Karlsplatz.
1906 Eintritt ins k. u. k. Elisabeth-Gymnasium.
1909 Berufung des Vaters an die
Handelshochschule Mannheim.
1910 Eintritt ins «Schweizer Landerziehungsheim
Glarisegg» am Bodensee.
1913 Selbstmordversuch; Rauswurf aus Glarisegg und Eintritt ins Collège de Génève. 
1915 Freiwillig vorgezogener Wehrdienst in der Schweizer Armee. Erste Veröffentlichungen.
1916 Volljährigkeit. Abbruch der Beziehungen zum Elternhaus.  Matura am Institut Minerva in Zürich. Immatrikulation als Chemiestudent an der Universität Zürich. Bekanntschaft mit Dada-Künstlern.

1917

Weigerung des Vaters, Glausers Schulden weiter zu bezahlen; Antrag auf psychiatrische Untersuchung. Teilnahme an den ersten beiden Dada-Soiréen. Entmündigungsverfahren. Tätigkeit als Milchausträger. Beginnende Lungentuberkulose,
Morphiumbehandlung.
1918 Flucht und Entmündigung durch die Amtsvormundschaft Zürich in Abwesenheit. Anfang Juni Verhaftung in Genf nach kleineren Diebstählen. Einweisung in die Psychiatrische Klinik als Morphiumsüchtiger. Diagnose: Dementia praecox. 
1919 Flucht aus der Anstalt.
1920 Zusammenleben mit Elisabeth von Ruckteschell in einer alten Mühle bei Ronco. Erneute Morphiumabhängigkeit und Verhaftung in Bellinzona, Selbstmordversuch. Nach heftigen Entzugserscheinungen und einem  Blutsturz Einlieferung ins Inselspital Bern.
Nach versuchter Rezeptfälschung Einweisung in die Irrenanstalt Hollingen.
Flucht mit Hilfe Elisabeth von Ruckteschells zu Hans Raschlenach Baden. Eintritt in die Psychiatrische Klinik Burghölzli in Zürich. Ab Oktober mit Billigung der Behörden bei Hans Raschle in Baden.
1921 Aushilfe bei einem Lebensmittelhändler. Volontär bei der «»Schweizerischen Freien Presse». Erneute Morphiumsucht, Flucht zum Vater nach Mannheim. Eintritt in die Fremdenlegion. 
1922 Selbstmordversuch, Malaria.
1923 Ausmusterung wegen eines Herzfehlers. In  Paris längerer Spitalaufenthalt und Arbeit als Tellerwäscher-Arbeit in einer Kohlegrube in Charleroi (Belgien).
1924 Malaria, Morphiumsucht, Selbstmordversuch. Nach einem im Morphiumdelirium verursachten Zimmerbrand Einweisung in die Irrenanstalt Tournai.
1925 Rückschaffung in die Schweiz; Psychiatrische Klinik Münsingen. Einweisung in die Haft- und Arbeitsanstalt Witzwil.  Selbstmordversuch.
1926 Entlassung aus Witzwil. Handlanger in der Gärtnerei Heinis in Liestal. Erneute Morphiumsucht und Rezeptfälschungen.
1927 Verhaftung wegen fortgesetzten Opiumdiebstahls in einer Apotheke. Eintritt in die Anstalt Münsingen. Psychoanalyse bei Max Müller.
1928 Hilfsgärtner. Gemeinsame Wohnung mit Beatrix Gutekunst in Basel. Beginn der Arbeit am Legionsroman «Gourrama».  Opiumrückfälle. Zusage eines Kredits von 1500 Fr.
für «Gourrama» durch die Werkbeleihkasse des Schweizer Schriftstellervereins. Aufgabe der Gärtnerarbeit und Umzug
nach Winterthur zu Beatrix Gutekunst, die dort eine Tanzschule eröffnet hat.
1929 Erneute Morphiumsucht.  Schwierigkeiten mit der Werkbeleihkasse,
die ihre letzte Ratenzahlung von einer Überarbeitung des Romans abhängig macht. Arbeit als Gärtner und  Verhaftung nach einer Rezeptfälschung.
1930 Anstalt Münsingen. Abschluss von «Gourrama». Gartenbauschule Oeschberg. Findet keinen Verlag.
1931 Gartenbauschuldiplom. Selbstentwöhnungsversuch. Anstalt Münsingen. Nachanalyse bei Max Müller. Beginn an «Tee der drei alten Damen».
1932 Übersiedlung nach Paris mit Beatrix Gutekunst. Versuch, als freier Journalist und Schriftsteller zu leben. Opiumrückfälle. Abbruch des Pariser Experiments und Besuch beim Vater in Mannheim. Festnahme wegen Rezeptfälschung. Antrag des Vaters,
Glauser lebenslänglich in der Schweiz zu internieren. Ausweisung.  Anstalt Münsingen. Ende der Beziehung mit Beatrix Gutekunst.
1933 Beginn der Freundschaft mit Berthe Bendel.  Zusage für die Stelle als Verwalter eines kleinen Gutes in Angles bei Chartres. Zustimmung des Vormunds und der Anstaltsleitung, Versicherung Berthes, Glauser zu begleiten, sie kündigt.
1934 Weigerung der Anstaltsleitung und des Vormunds, Glauser nach Angles gehen zu lassen. Unbefristete Internierung. Verlegung in die Anstalt Waldau bei Bern. Erster Preis beim Kurzgeschichten-Wettbewerb des «Schweizer-Spiegel.» Verlegung in die Kolonie Anna Müller in Münchenbuchsee. «Tee der drei alten Damen» beendet. Entlassung, Opiumrückfälle, Rezeptfälschungen.
1935 Erneute Internierung in der Waldau. Versetzung in die offene Kolonie «Anna Müller» in Schönbrunnen bei Münchenbuchsee. «Schlumpf Erwin Mord» wird fertig, Einsendung an den Morgarten-Verlag. Flucht aus der Kolonie «Anna Müller». Lesung im Rabenhaus bei Rudolf Jakob Humm.  Berthe Bendel gibt ihr Stelle in Kreuzlingen auf und kommt zu Glauser nach Basel. Rückkehr in die Waldau. Beginn mit der Arbeit an der «Fieberkurve»
1936 Annahme von «Schlumpf Erwin Mord» durch die «Zürcher Illustrierte» und den Morgarten-Verlag. Vergebliche Versuche, «Gourrama» bei der Büchergilde unterzubringen. Entlassung aus der Waldau. Kurzer Aufenthalt bei Josef Halperin in Zürich, «Matto regiert» wird fertig und von der Zeitschrift «Der öffentliche Dienst» angenommen. Lesung bei Humm im «Rabenhaus». Ankunft in Angles bei Chartres; in der Folge Bewirtschaftung des kleinen Gutes von Ernst Jucker, eines Schweizer Bankiers in Paris. Annahme der «Fieberkurve» durch den Morgarten-Verlag unter der Bedingung, dass Glauser den Roman überarbeite. Aufnahme in den Schweizerischen Schriftstellerverein. Auftrag für einen kurzen Studer-Roman vom «Schweizerischen Beobachter». «Wachtmeister Studer», Glausers erstes Buch, erscheint im Morgarten-Verlag, Zürich.
1937 «Matto regiert» erscheint im Jean Christophe Verlag, Zürich. Glausers Exposé zum Roman «Der Chinese» wird für den Wettbewerb des Schweizerischen Schriftstellervereins angenommen. Umzug nach La Bernerie (Loire). Beendigung der zweiten Fassung der »Fieberkurve».
Aufnahme einer Radiolesung ( O-Ton). 
Beendigung von «Krock & Co.». Artikel über Gides «Retouches à mon retour de l'U.R.S.S.» und nach Erscheinen im «ABC» heftige Kontroverse mit Humm über Gides, den Stalinismus und die Linke. Tod des Vaters.
1938

Eintritt in die Klinik Friedmatt, Basel, zur Entziehungskur. Unfall im Baderaum der Klinik; Schädelbasisbruch und schwere Gehirnerschütterung. 1. Preis im Wettbewerb des Schweizer Schriftstellervereinsfür «Der Chinese». Vergebliche Bemühungen, in Basel zu heiraten. Die Schweizer Schillerstiftung spricht Glauser eine Anerkennungsgabe von 500 Franken zu. Übersiedlung nach Nervi bei Genua. Arbeit an drei verschiedenen Roman-Projekten (Ascona-Roman, Charleroi-Roman, «Mord in Angles»). Am 6. Dezember: Glauser bricht am Vorabend der Hochzeit beim Abendessen zusammenund stirbt am 8. Dezember

Die Neuedition von Friedrich Glauser im Limmat Verlag

«Dem Limmat Verlag und den Herausgebern ist es zu danken, dass langsam aber sicher der echte Glauser wieder vorliegt.» BuchJournal

Als «Schundromane» hat Glauser seine Krimis gerne bezeichnet. Einzig zu seinem Fremdenlegionsroman glaubte er vorbehaltlos stehen zu können. Allerdings stellte er auch dieses Urteil sofort wieder in Frage, als er 1937 den Text für den Druck durchsah. Nein, ein Autor von literarischem Rang sei er nicht, wolle und könne er nicht sein, bekannte er damals seinem Freund Josef Halperin.

Dieser widersprach zwar, doch es scheint, als habe sich Glausers tiefstapelnde Selbsteinschätzung gewissermaßen auf die Nachwelt übertragen. Seine Bücher galten lange Zeit als Unterhaltungsliteratur: zwar spannend zu lesen, doch ohne tiefere Bedeutung. Das Vorurteil, wonach ein Buch, das man in einem Zug verschlingt, keine Literatur sein könne, erwies sich als fatales Fehlurteil.

Auf diese Art blieb ein Autor verkannt, der nicht nur gewandter schreiben und erzählen konnte als seine übrigen Schweizer Kollegen, sondern auch ein genaueres Auge für soziale Details besaß, der wie kein zweiter mit wenigen Worten Atmosphäre erzeugen konnte und eine ungewöhnliche Lebenserfahrung hatte. Und wenn es die Schweiz auch lange nicht wahrhaben wollte, so beweist ihr heute die internationale Rezeption, dass Glauser mit Robert Walser der bedeutendste Schweizer Autor der ersten Jahrhunderthälfte ist.

Um so dringlicher, dass seine Romane endlich in authentischer Textgestalt zugänglich geworden sind. Denn nicht genug, dass Glauser in sozialer Hinsicht zeit seines Erwachsenenlebens entmündigt war – auch die Redaktoren der Zeitschriften und Verlage nahmen sich gerne ‹fürsorglich› seiner Texte an: kürzten sie, veränderten einzelne Formulierungen, Sätze und ganze Kapiteleinteilungen.

Diese Eingriffe – es sind unzählige – macht die Ausgabe des Limmat Verlags wieder rückgängig und präsentiert so – fünfzig Jahre nach Glausers Tod – erstmals seine sieben Romane in der Form, in der Glauser sie geschrieben hatte.

Die Bände sind wissenschaftlich ediert: Neben einem entstehungsgeschichtlichen Kommentar, einem Editionsbericht und Anmerkungen, werden in einem ausführlichen Nachwort Materialien über die realen Fälle, die den Romanen als Vorlage dienten, aufgearbeitet. Die Bände erscheinen in der - 1992 in der BRD, 1995 in der Schweiz - preisgekrönten Ausstattung, Leinenbände mit Lesebändchen.

Die Neuedition ist in der gebundenen Form grösstenteils vergriffen, aber seitenidentisch als Taschenbuch lieferbar im Unionsverlag.

 

Stimmen zur Neuedition des Werkes von Friedrich Glauser im Limmat Verlag

«Eine Neuedition rückt Glauser wieder ins rechte Licht.» SonntagsZeitung

«Das wohl schönste Geschenk, das man diesem Autor machen konnte, dürfte die hervorragend gestaltete Ausgabe seiner Werke sein, die ihr maßgeblicher Herausgeber Bernhard Echte und der Zürcher Limmat Verlag veranstalten.» Literaturblatt, Stuttgart

«Glauser, der zeitlebens mit der Morphiumsucht zu kämpfen hatte, gelang in dieser Figur (Studer) der Kompromiss von Bürger und Bohemien, die Versöhnung der Züge des Patriarchen mit denen des rebellischen Sohnes. Studer kann alles wiedergutmachen, weil er selbst die Integration der zerrissenen Familienteile verkörpert.» Frankfurter Allgemeine Zeitung

«Böse Zweifel an seinem Können gehörten zwar zu Glausers schöpferischer Unruhe, sie führte ihn aber fast immer zum eigenen Konzept zurück, stärkten im Grunde seine poetischen Absichten, gerade was die Arbeit mit atmosphärischen Valeurs und physiognomischen Details betrifft. Das aber hätte er sich wohl in den besten Träumen nicht ausgemalt, dass sein Werk dereinst zu seinem hundertsten Geburtstag neu ediert und in so schöner Ausstattung präsentiert würde. Die Gesamtausgabe beim Limmat Verlag liegt nun fast vollständig vor. Die gut proportionierten, überzeugend aufgemachten Bände mit den alten Photographien auf den Umschlägen und im Textteil müsste eigentlich jeder Freund der deutschsprachigen Literatur besitzen.» Neue Zürcher Zeitung

«Mit dieser Edition nach sechzig Jahren hat der Verlag dem Landsmann ein liebevolles Denkmal gesetzt.» Radio Bremen

«Prosa, die bis in jeden Dialog hinein ein soziales Feld spiegelt, ihre dichterische Potenz versteckt und sie desto wirkungsvoller zur Geltung bringt.» Rheinischer Merkur, Bonn

«Glauser muss ein Leben auf der Lauer gelegen und heimlich Menschen beobachtet haben. Anders ist nicht zu erklären, wie er mit zwei, drei Strichen das Innerste einer Figur herauskehren kann. Dass er dabei immer wieder souveräne Frauenfiguren zeichnet, belegt, wie existentiell das Schreiben in der eigenen Biographie verwurzelt war. Er, der die Mutter schon mit viereinhalb Jahren verliert, unter ihrem Tod bitter leidet und umgetrieben wird auf der Suche nach liebem Mutter-Ersatz («die aber nicht gestorben ist, sondern schläft»), sie in den letzten Jahren in der Redaktorin Martha Ringier und der Krankenschwester Berthe Bendel auch wirklich findet, dieser Glauser halluziniert sich in seinen Erfindungen in eine Welt, die zwar so brutal, unberechenbar und kalt ist wie die wirkliche, in der aber die Gerechtigkeit kraft der ordnenden Phantasie am Ende zurückkehrt.» Tages-Anzeiger

«Jahrzehnte vor der kritischen Schweizer Nachkriegsliteratur – vor Frisch, Dürrenmatt, Burger oder Nizon – fängt da einer die später zum Motiv werdende Enge der Schweiz ein.» Berner Zeitung

«Die schöne Ausstattung, die kenntnisreiche Edition, der Kommentar, die textkritischen und editorischen Anmerkungen beeindrucken. Der neue, alte Glauser begeistert.» ORF, Radio Österreich International

«Klar dürfte Glausers hoher Rang spätestens diesen Herbst werden. Dann erscheinen im Zürcher Limmat Verlag sie seine großen Romane zum ersten Mal in Originalfassung, unverfälscht und ohne fremde Kürzungen.» Facts

«Wie ein Skalpell schneidet der Blick des Autors die Schichten der Gesellschaft. Die Krimiform stützt diese Seziertechnik: Glausers Held Studer kann als Fahnder überall hinschauen, und wir schauen ihm zu. Farbig tritt die Schweiz der zwanziger und dreißiger Jahre hervor, die in der heutigen Schweiz weiterlebt.» Facts

«Vor zwei Jahren wurde die vierbändige Neuausgabe von Friedrich Glausers erzählerischem Werk abgeschlossen. In derselben sorgfältigen Edition und schönen Aufmachung folgen nun die Romane.» Der Landbote

«Erstes Beispiel schöner Bücher ohne Verfallsdatum: die Glauser-Romane bei Limmat.» Zürichsee-Zeitung

«Das wollte er: unterhalten. Und er hat es wie kein zweiter verstanden, seine politische Gesinnung in diese Unterhaltung hineinzuweben, so dass sie ein Bestandteil davon wurde. In diesem Sinne ist er ein ganz und gar engagierter Autor.» Hansjörg Schneider, züritip

«Dank der jetzt im Limmat Verlag erscheinenden Gesamtausgabe werden die Einsichten der Wissenschaft nun endlich mit Glausers Texten selbst dem breiten Publikum vermittelt.» Tages-Anzeiger

«Haarscharf an der Realität blieb er. So akribisch genau, dass die ›notwenige Vorrede‹ (›Meine Anstalt Randlingen weder Münsingen, noch die Waldau , noch die Bellelay. Die Personen, die auftreten, sind frei erfunden.‹) zur blanken Lüge wird. Notlügen sind freilich erlaubt, keinem mehr als Friedrich Glauser: ›Man wird wohl noch Geschichten erzählen dürfen?‹ Und wir sind dankbar, hat er sie aufgeschrieben.» BuchJournal

«Aber im Gegensatz zu seinen schreibenden Schweizer Zeitgenossen, die sich hehre Welten fernab von der Verderbnis der morallosen Städte ersehenen, weiß Glauser um den Spalt der Wirklichkeit. Man sieht den Spalt bei ihm auf dem Papier klaffen, zwischen den Zeilen, in den hilflosen Worten seiner gebeutelten Figuren. Glauser hat lebend und schreibend über diesem Spalt den Spagat versucht und ist oft hinuntergefallen. Das macht ihn modern, dass er erzählend sein Erzählen als Träumerei entlarvt, dass er beim Beschreiben der Realität ihre Schäbigkeit aufdeckt.» Berner Zeitung, BZ

«Eine buchverlegerische Grosstat.» Zürichsee-Zeitung

«Die im Jubiläumsjahr abgeschlossene Neuausgabe von Glausers Gesamtwerk zeigt auf spannende Art und Weise, wie eng verflochten bei ihm Leben und Schreiben ist. (...) Die ausführlichen Anmerkungen und Nachworte lesen sich beinahe so packend wie die Texte selbst.» Brückenbauer

«Glauser stellte dieselben Ansprüche an seine Krimis wie an die sog. hohe Literatur, das machte sein Werk bahnbrechend. Er schuf seelenvolle Figuren, deren Umgebung natürlich und atmosphärisch war. Sein Stil geriet sparsam, deskriptiv, konzentrierte sich hellhörig auf notwendige Klangfarben, ließ Platz für die Imagination des Lesers, lockte den Leser mit präzisen, nachvollziehbaren Beschreibungen in die Geschichte hinein.» profil

»Was immer wir alle, die in Glausers Nachfolge das Terrain beackern, anfangen, sie sind bereits da, wenn wir am Ende der Furche angelangt sind: entweder der verlässliche Studer oder sein gebeutelter Autor Friedrich Glauser. Die beiden, in Personalunion, lassen uns keinen Fluchtweg offen. Also haben unsere deutschen Kollegen eben doch recht, wenn sie Glauser für den Grössten halten, der das Genre vollumfänglich abdeckt, und uns, seine Nachfolger, auf ihn verpflichten und uns in seinem Schatten einfrieren.» Peter Zeindler, Weltwoche

«Es gibt keinen Autor aus der deutschen Schweiz, der den helvetischen Mief der Zwischenkriegszeit so genau beschrieben hat wie er. Es gibt keinen, der die sogenannt kleinen Leute so liebevoll porträtiert hat. Und es gibt keinen mit so präzisem Blick. Dieser Mann ist ein Phänomen. Es gibt nur Fragen an ihn, keine Antworten.» Hansjörg Schneider, züritip

«Der Glauser mit seinem gläsernen Herzen – noch heute sieht man beim Lesen seiner Kriminalgeschichten ungehindert in diesen klaren, wahren Kern hinein und dort ein ganz eigenes Pulsieren: ungehorsam gegen den vorgegebenen Takt, Ruhelosigkeit und viel flackerndes Leiden.» Vogue, München

«Die Geburtstagsedition der Romane lädt noch einmal dazu ein, einen Meister des psychologischen Realismus kennen zu lernen.» Rheinischer Merkur, Bonn

«Und jetzt, dank der sorgfältigen Neuedition des Gesamtwerkes im Zürcher Limmat Verlag, beginnt man neben dem Kriminalschriftsteller auch den Autor Glauser aufzuspüren – einen der wichtigsten Autoren der Schweizerliteratur dieses Jahrhunderts.» Neues Deutschland, Berlin

«Von dieser Stärke des Autors, dem im Leben nicht zu helfen war, sollten sich möglichst viele Leser überzeugen: Ein schönerer Anlaß als die vorliegende Ausgabe ist nicht denkbar.» Die Presse, Wien

«Solche Prosa ist taufrisch. Zeitlos und modern. Die Muster-Bibliothek des 20. Jahrhunderts hat ein neues altes Mitglied gewonnen. Friedrich Glauser ist so elegant wie Kasimir Edschmid, so geheimnisvoll wie B. Traven, so lyrisch wie Robert Walser, und in Hochform schlägt er auch den oft mit ihm verglichenen Georges Simenon.» Frankfurter Neue Presse

«Der Autor Glauser ist nach Jahren des verlegerischen Umherirrens, einer Odyssee, die schon zu seinen Lebzeiten begonnen hatte, endlich in einem Verlag aufgehoben, der sich mit Behutsamkeit und viel editorischer Umsicht seiner Texte annimmt.» Börsenblatt

«Den Freunden des Wachtmeisters wird die neue, editorisch und buchgestalterisch mustergültige Ausgabe willkommen sein, die der Limmat Verlag jetzt zu Glausers hundertstem Geburtstag herausgebracht hat.» Frankfurter Allgemeine Zeitung

Friedrich Glauser im Limmat Verlag

Kindheit in der Schweiz. Erinnerungen

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Dada

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Der Chinese

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Der Hellseherkorporal

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Glauser. DVD

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Kif

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«Nirgends Sünde - nirgends Laster»

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Glauser

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Der Kleine

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Beichte in der Nacht

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Friedrich Glauser

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Ich bin ein Dieb

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Nüüd appartigs...

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Das Erzählerische Werk

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Gourrama

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Die Speiche

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Der Tee der drei alten Damen

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Der Chinese

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Matto regiert

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Die Fieberkurve

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Schlumpf Erwin Mord

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König Zucker

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Gesprungenes Glas

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Der alte Zauberer

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Mattos Puppentheater

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Glauser über Glauser

«Daten wollen Sie? Also: 1896 geboren in Wien von österreichischer Mutter und Schweizer Vater. Grossvater väterlicherseits Goldgräber in Kalifornien (sans blague), mütterlicherseits Hofrat (schöne Mischung, wie?). Volksschule, 3 Klassen Gymnasium in Wien. Dann 3 Jahre Landerziehungsheim Glarisegg. Dann 3 Jahre Collège de Génève. Dort kurz vor der Matur hinausgeschmissen... Kantonale Matur in Zürich. 1 Semester Chemie. Dann Dadaismus. Vater wollte mich internieren lassen und unter Vormundschaft stellen. Flucht nach Genf ... 1 Jahr (1919) in Münsingen interniert. Flucht von dort. 1 Jahr Ascona. Verhaftung wegen Mo. Rücktransport. 3 Monate Burghölzli (Gegenexpertise, weil Genf mich für schizophren erklärt hatte). 1921–23 Fremdenlegion. Dann Paris Plongeur. Belgien Kohlengruben. Später in Charleroi Krankenwärter. Wieder Mo. Internierung in Belgien. Rücktransport in die Schweiz. 1 Jahr administrativ Witzwil. Nachher 1 Jahr Handlanger in einer Baumschule. Analyse (1 Jahr) ... Als Gärtner nach Basel, dann nach Winterthur. In dieser Zeit den Legionsroman geschrieben (1928/29), 30/31 Jahreskurs Gartenbaumschule Oeschberg. Juli 31 Nachanalyse. Jänner 32 bis Juli 32 Paris als ‹freier Schriftsteller› (wie man so schön sagt). Zum Besuch Besuch meines Vaters nach Mannheim. Dort wegen falschen Rezepten arretiert. Rücktransport in die Schweiz. Von Juli 32 – Mai 36 interniert. Et puis voilà. Ce n'est pas très beau ...» Friedrich Glauser an Josef Halperin, 15. Juni 1937

Über Friedrich Glauser

Friedrich Glauser
Erinnerungen von Emmy Ball-Hennings, J.R. von Salis, Berthe Bendel, Hulda Messmer, Ernst Messmer, Martha Meyer-Messmer, Wolfgang Hartmann, Emil Gerber, Max Müller, Martha Ringier, Josef Halperin und Friedrich Witz

Kühn, Christoph
Glauser
Das bewegte Leben des grossen Schriftstellers

DVD
Illustrationen von Hannes Binder
Mit Friedrich Glauser, Berthe Bendel, Max Müller, Martin Borner, Hardy Ruoss, Hansjörg Schneider und Frank Göhre

Trailer:

 

  Kif: Einzige Tonaufnahme von Friedrich Glauser. Schweizer Radio 1938
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