Immer ist alles schön
Julia Weber

Immer ist alles schön

Roman

256 Seiten, 30 Abb., Leinen mit Schutzumschlag
Februar 2017
SFr. 28.–, 24.– € / eBook sFr. 23.80
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Schlagworte

Literatur
     
«Eine berührende, ernste Geschichte, wunderbar erzählt.» WDR
Anais liebt ihre Mutter, sie liebt ihren Bruder Bruno und insgeheim auch Peter aus der Schule.

Die Mutter sagt, das Leben sei eine Wucht, und dass sie gerne noch ein Glas Wein hätte. Denn es hält ihren Sehnsüchten nicht stand, das Leben, und die Männer halten ihrer Liebe nicht stand. Das Tanzen, das sie liebt, ist zum Tanz an der Stange vor den Männern geworden.

Es ist nicht einfach, so ein Leben zu leben, sagt die Mutter, darum will sie noch ein Glas.

Anais und Bruno versuchen sich und die Mutter zu schützen vor der Außenwelt, die in Gestalt von Mutters Männern mit Haaren auf der Brust in der Küche steht. Oder in der Gestalt von Peter, der ihre Wohnung seltsam findet und nichts anfangen kann mit den tausend, auf der Straße zusammen gesammelten Dingen. In Gestalt eines Mannes vom Jugendamt, der viele Fragen stellt, sich Notizen macht, der Anais und Bruno betrachtet wie zu erforschendes Material, und in Gestalt einer Nachbarin, die im Treppenhaus lauscht. Je mehr diese Außenwelt in ihre eigene eindringt, desto mehr ziehen sich die Kinder in ihre Fantasie zurück.

«Immer ist alles schön» ist ein komisch-trauriger Roman, der mit leisem Humor eine eindrückliche Geschichte erzählt: von scheiternder Lebensfreude in einer geordneten Welt und davon, wie zwei Kinder versuchen, ihre eigene Logik dagegenzusetzen. Mit Anais und Bruno fügt Julia Weber der Literatur ein zutiefst berührendes Geschwisterpaar hinzu.

Julia Weber

Julia Weber wurde 1983 in Moshi (Tansania) geboren. 1985 kehrte sie mit ihrer Familie nach Zürich zurück. Nach Berufslehre und Matura studierte sie 2009 bis 2012 literarisches Schreiben am Schweizerischen Literaturinstitut in Biel. 2012 hat sie den Literaturdienst gegründet (www.literaturdienst.ch ), und sie ist Mitbegründerin der Kunstaktionsgruppe «Literatur für das, was passiert». Julia Weber lebt mit ihrem Mann und ihrem Kind in Zürich.

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Ich wünsche mir einen Urlaub mit Feuer ...

 

Ich wünsche mir einen Urlaub mit Feuer und Ferne, und Bruno wünscht sich einen Urlaub ohne Alkohol.

Gut, sagt Mutter, weil ihr einen Geburtstag habt.
Dann machen wir Urlaub. Und berühre ich auf dem Weg zur Busstation die Büsche, zwitschern sie. Und bewege ich die Arme, berühren sie Luft. Und strecke ich die Zunge aus dem Mund, bleibt sie warm.
Mutter raucht vor einem Plakat, auf dem ein Mann am Frühstückstisch lächelt, und Mutter schließt dabei die Augen. Wir fahren in Urlaub. Im Bus kommt der Uringeruch aus dem dreidimensionalen Muster der Sitze. Wir fahren in Urlaub bis zur Endstation. Bruno trägt sein Buch über die Brücken der Welt unter dem Arm, alle paar Minuten muss er es ablegen und die Arme schütteln.

Und auf einem Steg den Schilfweg entlang gehend, sagt Mutter, dass es schön ist. Ein Blesshuhn schreit, der Wind zieht an den rostigen Schilfköpfen.
Sehr schön, sagt sie.
Fantastisch, sagt sie.
Wunderbar, sagt sie.
Ganz, ganz wunderbar.
Das ist wegen dem nicht absehbaren Bier, sagt Bruno. Verzweiflung, sagt er noch.
Es ist wirklich schön, sage ich, weil der Wind ganz warm die Armhaare aufstellt.
Immer ist alles schön, sagt Bruno, dann zählt er die Schilfstangen mit seinem dicken Buch auf dem Kopf.
Eins, zwei, drei, vier, fünf, sechs, sieben.
Ich schaue beim Gehen abwechselnd über den See, auf seine silbernen Wellen, dann an mir herunter auf den zitronengelben Stoff an meinem Bauch. Und es schmatzt das Wasser unterhalb meines Bauches, unter dem Steg.

Ein Mann mit Doppelkinn starrt Mutters Körper an. Neben ihm liegt ein Hund, auch er mit Falten. Der kleine Bruno legt das Buch ins zertrampelte Gras und macht aus seinen Händen Fäuste.
Wir wollen einen Wohnwagen, sagt Mutter, sie steht vor uns, schüttelt ihr Haar. Mit den Absätzen sinkt sie langsam nach hinten in die Erde. Der Mann lacht. Und durch sein Lachen bewegt sich alles an ihm und auch alles um ihn herum. Seine Haut bewegt sich, der winzige Tisch, an dem er sitzt, bewegt sich, der Boden bewegt sich und hinter ihm das Rezeptionshäuschen mit der abgesplitterten weißen Farbe und den Blumenkisten vor den Fenstern. Der Mann trägt eine kurze, weiße Hose, bei der ich mir nicht vorstellen kann, wie er in sie hineingekommen ist, und erst recht kann ich mir nicht vorstellen, wie er jemals wieder aus ihr herauskommt.
Dann gehen wir durch vereinzelt herumstehende Fichten und Birken. Ich sehe die Abdrücke der Zelte zwischen den Bäumchen, ich sehe, wo im letzten Sommer die Zelte standen, wo die Klappstühle, wo die Tische, wo die Luftmatratzen lagen. Und jetzt ist hier niemand außer uns und dem Koloss, der den Wohnwagen aufschließt, dreimal an die Außenwand des Wagens klopft und geht.

Und wir sitzen auf Baumstücken feierlich. Wir sitzen im Feuerlicht. Bruno, der Luftgitarre spielt; die Flammen in Brunos Brillenglas, sie tanzen zu seiner Musik. Der Wohnwagen, der nach fremden Menschen und ihrem Schlaf riecht. Das alkoholfreie Bier in Mutters eleganten Händen, das lauwarm wird, kommt auch als bitterer Geruch aus ihrem Mund.
Mutter, die in Gedanken ist und schweigt; das Knistern.
Der dunkelbraune Tisch, den man aus dem Wagen herausklappen kann, der wackelt, an dem ich sitze, und die Schatten im Wald, die ich beobachte, ihre Unheimlichkeit, die Möglichkeit von allem in der Dunkelheit. Mein zitronengelbes Kleid, unruhig im Feuerlicht, und meine feinen Finger mit dem goldenen Kaugummiautomatenring. Und das Grün der Wiese, das beinahe schwarz ist.

Später liegt Mutter auf einer Matte am Boden, summt leise eigene Melodien. Bruno und ich liegen auf dem Hochbett. Wir können mit Füßen und Händen die Decke berühren. An die Decke hat jemand geschrieben: «Der einzige Unterschied zwischen mir und Salvador Dalí ist, dass ich nicht Dalí bin.»

Am Morgen hat sich der Geruch der fremden Menschen mit unserem vermischt. Mutter schläft. Bruno und ich gehen her­um, sind hungrig, versuchen zu schwimmen, aber das Wasser ist kalt und der Boden des Sees so weich, dass wir uns zu gut vorstellen können, was sich noch alles in diesem Boden befindet, auf das man treten könnte, was einen dann beißen oder erschrecken würde. Weil uns nichts mehr einfällt, sammeln wir leere Schneckenhäuser, lecken die Tautropfen vom Klee, werfen Holzstücke in den See, füttern Fische mit Brot. Der Wind ist lauwarm und riecht nach der Gülle in den Güllelöchern der Bauernhöfe, die hinter dem kleinen Wald liegen. Wir beob­achten den Hund vor der Hütte und den Koloss, der mit einem Schlauch ein Motorboot abspritzt, dabei stolpert er manchmal über den Schlauch. Es ist warm in der Sonne und kalt im Schatten, und das Boot heißt Susanna.

Am Abend sitzen wir wieder am Feuer, die Sonne ist weg, die Luft blau. Mutter hält den Zahnputzbecher mit Wein gefüllt in die Höhe.
Auf uns, sagt sie.
Davor sagte sie, entweder Urlaub oder kein Alkohol, aber beides gehe nicht, denn sie könne uns nichts gönnen, wenn sie nicht sich selber was gönnen könne, und das Einzige, was sie sich wünsche, sei am Abend ein Becher voll Wein.
Mit dem Becher wird Mutter weich wie das Licht des Feuers.
Jetzt ist alles gut, sagt sie.
Hast du mit Peter geredet?, fragt sie.
Noch nicht, sage ich.
Hast du geküsst?
Nein, sage ich, ich möchte nur mit ihm reden.
Aber das wird großartig, das Küssen, sagt Mutter.
Und dann erscheint der Koloss zwischen den Bäumen. Er kommt näher, wird immer größer, wird riesengroß, steht im Feuerlicht vor uns mit einem langen Schatten hinter sich. Seine Zehen schauen aus den weißen Sandalen, und sein Gesicht ist im Licht ein Ungeheuer. Er fragt Mutter, ob sie wohl mit ihm tanzen gehen wollen würde.
Nein, danke, sagt Mutter, ich bin mit meinen Kindern hier.
Ob wir wohl alle mit ihm tanzen gehen wollen würden, also tanzen würden nur Mutter und er, aber wir könnten ja Steine ins Wasser werfen oder eine Cola trinken oder was Kinder eben so tun, wenn die Erwachsenen zusammen tanzen.
Er bewegt die Zehen beim Reden. Seine Zehennägel haben die Farbe von Ohrenschmalz.
Nein, danke, sagt Mutter, ich bin mit meinen Kindern hier, um mit ihnen hier zu sein.
Und wenn jetzt aber, sagt der Mann, sie nur für einen Tanz, er fände sie nämlich reizend und würde so gerne mit ihr einen Tanz haben.
Nein, sagt Mutter, ich bin mit meinen Kindern hier.
Also keinen einzigen Tanz?
Es zuckt ihm das Flammenlicht im Gesicht, und er trägt die gleiche kurze Hose, aber zu der Hose ein Safarihemd mit dunklen Flecken unter den Achseln. Er riecht nach frisch rasiert und auch ein bisschen nach altem Wasser.
Nein, verdammt, sagt Mutter.
Einen nur, sagt er.
Bruno singt. Ich schaue dem Koloss auf die Haare an den Beinen. Mutter starrt ins Feuer und trinkt schnell. Der Wein leuchtet rot im Feuerschein.
Also, sagt sie.
Mutter steht auf.
Ist das gut für euch?, fragt sie.
Ich nicke.
Bruno?
Bruno singt.
Dann geht sie schön und rot davon neben dem Koloss, der von oben auf ihre Stirn einredet.
Er freue sich also so sehr, sagt er.
Wenn er sich doch so freut, sage ich.
Bruno singt lauter.
Bruno, wenn er sich doch so freut, dann ist doch nichts dabei, Mutter ist doch eine Gute, deshalb nur.
Bruno singt lauter. Und ich schweige am Feuer. Ich möchte Mutter fragen, wie es war.

Wir können die Tänze hören, aber sie kommt nicht zurück nach einem Tanz, nicht nach zwei, nicht nach drei, nicht nach vier. Ich stochere in der Glut, höre die Geräusche im Wald, stelle mir Wildponys vor. Bruno singt nicht mehr. Ich denke ein bisschen an Peter, aber nur kurz, und weiß nicht, was ich damit soll. Ich denke noch ein bisschen an ihn. Ich denke, was er wohl gerade tut, ob er mich schön findet, also mein Gesicht, ob er es wohl so schön findet, dass er auch mal mit mir reden würde, weil er gerne in mein Gesicht schaut.

Das ist wichtig, hat Mutter gesagt, es ist wichtig, ein schönes Gesicht zu haben, wenn man nicht hart ist, und du Anais, bist der weichste Mensch, den ich kenne, aber eben auch der mit dem schönsten Gesicht. Es ist wichtig, weil, wenn man weich ist, dann trampeln die Menschen gerne auf einem herum, wenn man aber ein schönes Gesicht hat, nicht.

Ich denke daran, wie er mir damals sein Pausenbrot gegeben hat, wie er auf mich zugelaufen kam, seine Freunde weit hinten standen. Er kam zu mir gelaufen, hielt mir sein Brot hin. Magst du?, hat er gefragt. Ich habe nichts gesagt, habe es in meine Hände genommen, ihn weiter angeschaut. Ich nahm einen Bissen vom Brot, sagte nichts. Peter lächelte, nahm das Brot wieder und ging weg.
Ich denke, dass ich Peter einmal nach seinen Hobbys fragen sollte.
Was Peter wohl für Hobbys hat?, frage ich ins Feuer hinein.
Fechten vielleicht, sagt Bruno, gehen wir sie suchen.
Fechten. Wie schön.
Dann gehen wir sie suchen, weil sie auch nach sieben Tänzen nicht kommt.

Wir gehen vom Wohnwagen weg zwischen ein paar Bäumchen hindurch. Wir hören die Musik von Weitem, sehen die Scheune, darin das Licht und kleine Menschenschatten. Bruno wirft Blätter in den schwarzen See, auf dem See sind Glitzerpunkte. Eine Ente erschrickt und quakt, die Glitzerpunkte werden Glitzerwellen. Wir gehen zur Scheune hin. Mit der Musik vermischen sich schwere Stimmen. Sie singen und schreien auch. Wir bleiben beim Scheunentor stehen.

Und dann sehen wir Mutter. Hinten auf der Tanzfläche leuchtet sie in ihrem roten Leinenkleid mit goldenen Knöpfen. Männer sehen wir im Kreis um Mutter herumstehen. Einer zieht sie zu sich hin, dann wirbelt sie davon und zum nächsten Mann. An langen Bänken sitzen Menschen, manche klatschen. Und ein sehr alter Mann spielt Akkordeon auf einer kleinen Bühne aus Holzkisten. Er trägt ein rosa Hemd, hat einen langen Bart und große Ohren. Mutters Kleid ist eine rote Glocke, sie dreht sich im Kreis, ihr Haar ist hell wie das Feuer. Sie lacht und lässt sich in Arme fallen und weiterwerfen. Dann löst sie sich und tanzt in der Mitte der Männer einen wilden Tanz. Sie hebt die Beine, hebt ihr Kleid, stampft und dreht sich. Sie legt die Hände in ihr Haar und hält den Mund, an die Decke blickend, offen.
Ich höre auf dem See die Enten quaken und denke, jemand hat sie aufgeschreckt. Ich denke, dass Bruno nicht da ist, aber er steht neben mir. Ich denke, es gibt keine Kinder, die Steine in den See werfen. Ich denke, dass der Mann nicht mit Mutter tanzt, sondern alle Männer mit Mutter tanzen, und ich denke, das sind viele, die mit Mutter tanzen.
Ich sehe den Koloss vom Wohnwagen im Kreis stehen und sehe sein Lachen. Er lacht, und alles an ihm bewegt sich.
Bruno läuft vorbei an den Männern und Frauen, an den aufge­reihten Festbänken und geht in den Kreis hinein. Ich gehe ihm nach. Er geht zu Mutter in den Kreis und fasst sie am Arm. Ich stehe hinter Bruno im Kreis, und die Männer bewegen sich nicht mehr. Sie wenden ihre Blicke und Bärte und Ohren und Ohrringe ab.
Mitkommen, sagt Bruno, bitte.
Warum seid ihr nicht im Bett?, fragt Mutter, sie redet, als hätte sie Steine im Mund.
Warum seid ihr hier, das hier ist nichts für euch, sagt sie mit den Steinen im Mund.
Mitkommen, sagt Bruno.
Wir haben auf dich gewartet, du sagtest, einen Tanz, sage ich.
Es ist ja ein Tanz, sagt sie, es ist hier ein großer Tanz, und er tut mir gut, dieser Tanz, ich brauche jetzt unbedingt genau diesen einen Tanz und noch was zu trinken und noch einen Tanz. Ich will noch einen Tanz, den brauche ich auch wegen euch, unter anderem auch wegen euch. Ich finde, ich habe ihn mir verdient, so einen Tanz, einen Tanz, sagt sie. Geht heim, meine Tierchen, geht heim.
Wir wollen, dass du mitkommst.
Bruno schaut Mutter von unten an.
Ich kann jetzt nicht, es ist schon gut hier. Lasst mir doch diesen einen Abend, sagt sie leiser.
Und dann schiebt sie uns weg.
Bitte, sagt Bruno.
Bitte, sage ich.
Jetzt nervt mich nicht, wirklich, ich will das jetzt, das ist lustig hier, mit euch am Feuer ist es langweilig.

Draußen drehe ich mich um und sehe den Schein der Kerzen in roten Plastikschälchen auf den Tischen, sehe die Strohballen in der Ecke der Scheune, sehe die Menschen weiterklatschen, sehe ihre Beine wippen unter den Tischen und wie die Männer sich langsam auf die Tanzfläche zurückbewegen. Mutter in der Mitte hebt ein kleines Glas zum Mund.

Im Wasser spiegeln sich nur noch wenige Lichter, die Ente ist still. Wir gehen durch die Bäume zurück, die Glut ist aus. Wir putzen die Zähne und pinkeln in den Wald, ich trete auf eine Nacktschnecke, und Bruno streift eine Brennnessel. Unter dem Schlafsack halten wir uns fest, weil es kalt ist.

Am nächsten Morgen sitzen Bruno und ich vor dem Wohnwagen unter dem kleinen Vordach, wir essen das restliche Weißbrot, Tropfen fallen auf unsere Hände und das Brot. Tropfen prallen am Gefieder einer Amsel ab, während der Rest der Welt langsam aufweicht. Mutter kommt durch die Bäume gelaufen, auch sie aufgeweicht. Auf uns liegt ein Blätterschattenspiel, hinten in den Bäumen ruft ein Kuckuck kuckuck.
Tierchen, meine Tierchen, sagt sie.
Sie nimmt die Haare nicht aus dem Gesicht, steht vor uns. Hinter ihrem Vorhang ein Lächeln.
Ich denke, könnten wir neben dieser aufgeweichten Welt nochmals eine komplette Welt haben, eine weniger komplizierte, eine mehr mit Tieren als mit Menschen, dann wäre es gut.
Ist schon gut, sage ich zu Mutter, die sich nicht bewegt, und nehme ihre und meine Tasche. Bruno nimmt das Buch.

Friday Magazine, 17. Februar 2017 / No. 7
WDR 1LIVE Klubbing, 20. Februar 2017
viceversaliteratur.ch, 27. Februar 2017
Style, März 2017
zehnSeiten.ch, 3. März 2017
Zeit online, 3. März 2017
Schweizer Buchjahr, 6. März 2017
Schweizer Radio SRF 1, 11. März 2017
Schweizer Buchhandel, 16. März 2017
Sofalesungen, 18. März 2017
Berner Zeitung, 18. März 2017
Tages Woche, 19. März 2017
NZZ am Sonntag, 26. März 2017
Tages Woche, 30. März 2017
Süddeutsche Zeitung, 3. April 2017
St. Galler Tagblatt, 11. April 2017
Neue Zürcher Zeitung, 15. April 2017
Style, Mai 2017


«Geplatzte Träume, gescheiterte Hoffnungen – davon spricht dieses Buch, dessen Kosmos klein ist und doch eine Welt umfasst: eine Kindheit, die unauslöschliche Spuren zieht. Von ihr erzählt der Text so leise und gefasst, dass der Atem ins Stocken gerät.»  Neue Zürcher Zeitung

«Mit einer traurigen, aber starken und eigenständigen Stimme lässt Julia Weber ihre kleine Heldin vom Leben erzählen. In ihrem Debüt entlarven die poetisch eindringlichen Sätze die Ohnmacht von Anais und Bruno, die versuchen, mit Fantasie ihre kleine, bedrohte Welt aufrechtzuerhalten. Sätze mit grosser Kraft. Darin liegt der Zauber des Buches.»  St. Galler Tagblatt

«Eine wunderschön erzählte, sehr ernste Story über Kinder, die früh Verantwortung übernehmen müssen.» WDR1live

«Das Werk überzeugt durch seine eigenständige Sprache und seinem virtuosen Rhythmus. Es ist ein höchst erstaunlicher, ein fabelhafter Roman, mit dem Julia Weber debütiert. Bereits in der ersten Zeile schlägt sie einen eigensinnigen, sehr kunstvollen Ton an, und sie hält ihn durch bis zum Schluss. Ein hinreissendes Buch.»  NZZ am Sonntag

«Hochpräzise. Tieftraurig. Wuchtig.»  style

«Diese Frau, die es fertigkriegt, Christa Wolfs ‹Ich wollte ein Gewebe schaffen, das der Wirklichkeit möglichst nahekommt›-Credo so hart zu erfüllen, dass man nur atemlos davorsitzen und hoffen kann, dass die Geschichte von Anais und Bruno bitte nie, nie ende, so wie man sich wünscht, dass das eigene Leben auch bitte nie, nie ende. Das auch macht den Reiz vom Buch aus: Nach dem Lesen kann man nicht aufhören, daran zu denken, darüber zu reden.»  Tages Woche

«Die Autorin hat eine fast unheimliche Kontrolle über ihre ästhetischen Mittel. Jedes Wort sitzt, gemäß den ästhetischen Gesetzen, die dieser Roman sich selbst gibt. Die Autorin gibt uns keine Erklärung für die Katastrophe, in die sie ihre drei Figuren führt, niemand ist schuld, nicht einmal die Gesellschaft. Oder fehlt in einer Gesellschaft, in der immer alles schön ist, das Wesentliche? Diese Geschichte, die so einfach und doch so rätselhaft erzählt wird, müsste zum Himmel schreien, umso mehr, als solche Geschichten in Wirklichkeit öfter vorkommen, als man denken würde.»  Süddeutsche Zeitung

«Das Buch entwickelt eine unglaubliche Sogkraft vom Anfang bis zum Schluss und wird immer trauriger, gerade deswegen, weil diese Traurigkeit nie direkt angesprochen wird, sondern immer nur durchdringt zwischen schönen Bildern und Wörtern. Die Wörter ‹schön› und ‹gut› kommen oft vor, in immer anderen Kontexten, als Wunschträume, als Schöngeredetes, als Augenblicke des Glücks, als Ausreden, als Wiedergutmachungen, als Beleidigungen, als Zeichen der Unsagbarkeit, der Verzweiflung, als Komplimente. ‹Immer ist alles schön› ist eine wunderbare Meditation über die einfachen und doch schönsten Wörter, über das Leben und über das, was hätte sein können. Ein schönes Buch.»  viceversaliteratur.ch

«Julia Weber lässt das tapfere Mädchen die tragische Geschichte dieser Familie erzählen, in einer wunderbar zarten, kindlich verspielten Sprache.»  Radio SRF 1

«Mit Julia Weber hat eine neue Stimme in der Deutschschweizer Literatur die Bühne betreten, auf deren nächste Geschichte wohl nicht nur die eigene Tochter wartet.»  Schweizer Buchjahr

«Wer eintaucht in die Geschichte von Anais, Bruno und ihrer schönen Mutter, findet sich in einem ganz eigenen Kosmos wieder, so schrecklich und leuchtend wie ein Märchen. Und Märchen sind bekanntlich verdichtete Wirklichkeit. Julia Weber ist, obwohl sie Prosa schreibt, eine Dichterin. Sie arbeitet mit Bildern, die in den Köpfen ihrer kindlichen Protagonisten wuchern, und setzt ihnen als Kontrast den scharfkantigen Realismus entgegen, den die Welt der Erwachsenen verlangt.»  Berner Zeitung

Julia Weber im Gespräch über «Immer ist alles schön» auf «Telegramme für Literatur»: Entre nous, Julia Weber! Normalität und Norm

«Julias Erstlingswerk, die Melancholie und die Sehnsucht der einsamen Kinder wie auch die Suche ihrer Mutter nach ein bisschen Glück und Geborgenheit erschüttern. Es ist so dicht und eindringlich geschrieben, dass man sich beim Lesen weit weg wünscht, in eine heilere, gesündere, unbeschwertere Welt, wo sie Schwächsten der Gesellschaft nicht unter dem Versagen der Erwachsenen zugrunde gehen. Der Titel führt natürlich in die Irre: Gar nichts ist schön. Aber die Worte, die Julia Weber für das Drama gefunden hat, sind es umso mehr.»  Style

Wann Was Wo
30. Apr. 17
17:00 Uhr
Immer ist alles schön
Lesung mit Julia Weber
Kunst- und Kulturhaus visavis
3001 Bern
21. Mai 17
17:00 Uhr
Immer ist alles schön
Lesung mit Julia Weber
Punto
3006 Bern
26.5.2017 - 28.5.2017
14:30 Uhr
Immer ist alles schön
Julia Weber an den Solothurner Literaturtagen
Solothurner Literaturtage
4502 Solothurn
17. Juni 17
19:30 Uhr
Lauschig – Worte im Freien
Lesung mit Julia Weber und Tim Krohn
Park der Villa Jakobsbrunnen
8400 Winterthur
17. Juni 17
15:30 Uhr
Immer ist alles schön
StadtLesen mit Julia Weber
Gallusplatz
9000 St. Gallen
20. Juni 17
20:00 Uhr
Immer ist alles schön
Lesung mit Julia Weber
Canto Verde
8049 Zürich
 
  Julia Weber liest auf zehnseiten.de
Kein Macromedia Flash-Player?
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