Demokratische Momente
Hansjörg Quaderer (Hg.), Roman Banzer (Hg.), Roy Sommer (Hg.)

Demokratische Momente

Liechtenstein erzählen [1]

296 Seiten, gebunden, Leinen, 45 Fotografien und Abbildungen
Juni 2017
SFr. 42.–, 42.– €
sofort lieferbar
978-3-85791-820-9

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Die Erfindung Liechtensteins.
Das Selbstverständnis einer Gesellschaft, einer Kultur entsteht über das, was erinnert und erzählt wird. Entscheidend aber ist die Frage, was erzählt gehört. Das Erzählprojekt «Liechtenstein erzählen» gibt Einblick in die Lebenswirklichkeiten, die weder in Zeitungen und Reden, noch in Statistiken und Umfragen vorkommen; es bringt Hoffnungen, Gefühle, Wünsche, Enttäuschungen, Familiengeschichten und persönliche Erfahrungen zum Ausdruck.

Jeder der fünf Bände ist einem narrativen Szenario gewidmet. In Band 1 geht es um «demokratische Momente», die Demonstration zum Frauenstimmrecht am 5. März 1971 und die EWR-Abstimmung vom 28. Oktober 1992. Aus Gesprächen mit Zeitzeugen destillieren die Autoren erzählte Erinnerungen. Fotografien aus Archiven und Privatbeständen ergänzen die mündlichen Erzählungen. Im Anhang finden sich Dokumente und lexikalische Kurzberichte zum jeweiligen Ereignis.

Die Vorgehensweise reflektiert den narratologischen Ansatz des Projekts; die Leitfrage ist, wie sich das Narrativ Liechtenstein zwischen Fürstentum und Demokratiebewegung im 21. Jahrhundert konstituiert.
Hansjörg Quaderer
© Limmat Verlag

Hansjörg Quaderer

Hansjörg Quaderer, geboren 1958, Studium an den Kunstakademien von Urbino und Bologna. Dozent für bildnerisches Gestalten an der Universität Liechtenstein, Institut für Architektur und Raumentwicklung.

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Roman Banzer

Roman Banzer

Roman Banzer, geboren 1957 in Triesen, studierte Germanistik, Journalismus und Kommunikationswissenschaften. Dozent an der Universität Liechtenstein, Leiter des Literaturhauses Liechtenstein.

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Roy Sommer

Roy Sommer

Roy Sommer, geboren 1969, studierte Anglistik, Germanistik und Slavistik. Er ist Professor für Anglistik (Literatur-, Kultur- und Medienwissenschaft) und Mitbegründer des Zentrums für Erzählforschung an der Bergischen Universität Wuppertal.

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Inhalt

7 Einleitung
Roman Banzer, Hansjörg Quaderer, Roy Sommer

9 Zwei Schlüsselmomente der Demokratie
Wilfried Marxer

 

5. März 1971
Demonstration für das Frauenstimmrecht


23 Gerda Bicker Bist du eine Spinnerin gewesen
30 Josef Biedermann Die 68er für Liechtenstein
39 Bernadette Brunhart Aber eigentlich bin ich die «Frau vom Mann» gewesen
48 Patricia Büchel Der Wind kehrt
55 Claudia Fritsche-Mündle Der Besuch der «Dornröschen»-Frauen in Strassburg
59 Norbert Jansen Frauenstimmrecht und ewr – zwei Nagelproben der Demokratie
69 Helen Marxer-Bulloni Jassen, Proporz und Majorz erklären
81 Isolde Marxer Ich habe einen idealen Beobachter posten gehabt
89 Elfriede Winiger-Seger Mich hat nichts in Liechtenstein gehalten

 

28. Oktober 1992
Demonstration für den Landtag

 

117 Josef Frommelt Noch einmal? Genau das Gleiche.
123 Noldi Frommelt Noch einmal. Er ist ein Stratege.
131 René Hasler Wer gegen den Fürst ist, verliert ...
135 Werner Hasler Er will gehört werden ...
141 Claudia Heeb-Fleck Das Ohnmachtsgefühl, dass man mit Sachpolitik keine Chance hat
151 Werner Marxer Ich bin ein Republikaner
163 Rupert Quaderer Wir leiden an Beginn losigkeit
171 Georg Schierscher Die Ellipse mit den zwei Brennpunkten eiert
176 Peter Sprenger Ich bin nicht sicher, ich bin nicht sicher, nein, ich bin sicher!
181 Ursula Wachter Sie auf der emotionalen, wir auf der sachlichen Ebene
192 Reinhard Walser Lieber nichts sagen

 

213 Kollektiverzählungen: Wie narrative Wirklichkeits entwürfegesellschaftlich wirksam werden
Roy Sommer

236 Das Verfahren: Vom Gespräch zur Wirklichkeitserzählung
Roman Banzer, Hansjörg Quaderer

Anhang

244 Erläuterungen zu den Wirklichkeitserzählungen
246 Steckbriefe zu den Demokratiebewegungen in Liechtenstein von 1969 bis 2003
249 Verweisquellen und Fundsachen
292 Weiterführende Literatur
294 Die Autoren
296 Zu den Fotografien

Volksblatt, 23. Juni 2017, Interview
Vaterland, 24. Juni 2017
Vaterland, 26. Juni 2017
Kultur, Zeitschrift für Kultur und Gesellschaft, September 2017

«Geschichte wird plastisch. Und das, finde ich, ist das Beste was überhaupt passieren kann. Ob Sie jetzt Monarchist oder Monarchistin sind und Demokratie nicht so gut finden oder sich eine Republik herbeisehnen oder die Dualität eigentlich ganz okay finden, lesen Sie dieses Buch. Bitte. Es ist wirklich sehr gut.»  Vaterland

«Man hat beim Lesen den Eindruck, dass man selbst am Tisch sitzt und zuhören kann. Die Beiträge bringen den Wunsch nach politischer Veränderung zum Ausdruck.»  Vaterland

«Es ist ein spannendes, mitreissendes, teilweise schmerzhaftes Buch; es ist aber auch ein Buch, das daran erinnert, wie stark Menschen sein können und dass sie auch etwas verändern können, wenn sie sich selbstbewusst ihrer eigenen Geschichte erinnern.»  kulturzeitschrift.at

«‹Demokratische Momente› ist ein Buch, das man vor allem jungen Menschen in Lichtenstein in die Hand drücken sollte. Es erzählt auch deren Geschichte. Noch erzählen die Menschen mehr darüber, wie arm sie noch vor 50 Jahren waren, das mag ihre Verherrlichung des Wohlstands erklären – aber
dass es anderes gibt, was Lebensqualität ist, davon erzählen diese 20 Frauen und Männer.»
kulturzeitschrift.at

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