«Man treibt sie in die Wüste»
Dora Sakayan

«Man treibt sie in die Wüste»

Clara und Fritz Sigrist-Hilty als Augenzeugen des Völkermordes an den Armeniern 1915–1918

Mit einem Vorwort von Wolfgang Gust

304 Seiten, gebunden, 46 Fotos und Abbildungen
Oktober 2016
SFr. 34.–, 29.50 € / eBook sFr. 29.–
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978-3-85791-815-5

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Augenzeugen des Völkermordes an den Armeniern 1915–1918

Noch am Hochzeitstag reisen im April 1915 der Bauingenieur Fritz Sigrist und die Krankenschwester Clara Hilty aus dem Schweizerischen Werdenberg in die südöstliche Türkei, wo Fritz seit 1910 beim Bau der Bagdadbahn arbeitet. Kurz nach ihrer Ankunft beginnen die armenischen Deportationen, Tausende und Abertausende von Armeniern ziehen unter ihrem Fenster vorbei, während sie oben in ihrem abgelegenen Häuschen ihren Alltag leben. Bei einem Besuch in Aleppo ist ihnen klar geworden, dass es sich um gezielte Todesmärsche handelt.

Trotz Widerstand der Sigrist-Hiltys und anderer Ingenieure müssen sich bald auch die armenischen Facharbeiter an der Bagdadbahn diesen Todesmärschen anschließen. Nur vereinzelt gelingt Rettung, so verhelfen sie ihrem armenischen Magaziner Haig Aramian zu einer abenteuerlichen Flucht.

Clara, die Tagebuch führt, dokumentiert die Gräuel in ihren Alltagsnotizen und schreibt einen Augenzeugenbericht, auch Fritz Sigrist verfasst Schriften dazu. Dora Sakayan hat diese Schriften transkribiert und kommentiert, und mit Hilfe des (armenisch publizierten) Buches von Haig Aramian erzählt sie die Geschichte von dessen Rettung.

Dora Sakayan

Dora Sakayan, geboren in Saloniki und aufgewachsen in Wien, studierte in Jerewan und promovierte an der Moskauer Lomonossov-Universität in Germanistik. 1965–1975 leitete sie den Lehrstuhl für fremdsprachen an der Jerewaner Staatsuniversität, ab 1975 war sie Professorin an der McGill-Universität in Montreal. Prof. Dr. Sakayan ist Autorin einer ganzen Reihe von Publikationen und wurde vielfach ausgezeichnet, u. a. mit dem Bundesverdienstkreuz für ihre Verdienste um die Germanistik.

mehr...

7 Berlin-Bagdad – eine Schicksalsbahn für die Armenier
   Vorwort von Wolfgang Gust

17 Ein unschätzbarer Fund aus dem Archiv
     Clara und Fritz Sigrist-Hiltys Dokumente zum Armenier-Genozid

 

TEIL I

Clara Sigrist-Hilty
Tagebuch und augenzeugenbericht

27 Biografie
35 Einführung ins Tagebuch
35 Struktur, Sprache und Handschrift
39 Verlobung, Hochzeit und Hochzeitsreise
47 Das Leben in Anatolien
55 Insekten und Seuchen
57 Eine glückliche Ehe
62 Zensur und Selbstzensur
67 Zur historischen Bedeutung von Claras Tagebuch

75 Clara Sigrist-Hiltys Tagebuch

187 Einführung in den augenzeugenbericht
197 Der augenzeugenbericht

 

TEIL II

Fridolin (Fritz) Sigrist-Hilty
Drei Schriften

209 Biografie
214 Drei Schriften: Einführung
215 Zur Schilderung der Heimreise in die Schweiz
216 Zur Geschichte eines Trappistenklosters Bruder Bergmanns als Pelzhändler
218 Zum Brief an die armenischen Freunde

221 Heimreise in die Schweiz

229 Bruder Bergmanns als Pelzhändler

235 Brief an die armenischen Freunde

 

TEIL III

Haig(asun) Aramian
Gebot zum großen Völkermord
Das armenische Dante-Inferno

239 Biografie
245 Einführung
249 Der Völkermord an den Armeniern und die Bagdadbahn

263 Nacherzählte und übersetzte Auszüge aus Gebot zum großen Völkermord. Das armenische Dante-Inferno

286 Eine feste Freundschaft

 

ANHANG

291 Liste der in Claras Tagebuch erwähnten Lektüre
292 Literatur
296 Register der Namen und Orte

buchmedia Magazin, Oktober 2016
bundespresseportal.de, 24. Oktober 2016
Werdenberger & Obertoggenburger, 27. Oktober 2016
Werdenberger & Obertoggenburger, 28. Oktober 2016
vorwärts, 21. November 2016
Tages-Anzeiger, 26. November 2016
bref, 16. Dezember 2016
Deutscher Bibliotheksdienst ekz, Januar 2017
NZZ am Sonntag, 29. Januar 2017
Schweizerzeit, 10. März 2017
WOZ, 16. März 2017
Salve, 2/2017
Das Historisch-Politische Buch, 02/2017


«Sigrist-Hilty bemüht sich um Nüchternheit, verbirgt aber Schrecken und Empörung über die ‹himmelschreiende Ungerechtigkeit› nicht.»  NZZ am Sonntag 

«Es ist Erstaunliches, was die armenische Germanistikprofessorin Dora Sakayan aus dem Schweizer Archiv für Zeitgeschichte zutage gefördert hat. Sakayan versammelt viele Dokumente aus dem Nachlass Sigrist-Hilty und versieht sie mit ausführlichen Kommentaren und Einführungen. Ihre Aufmerksamkeit gilt dabei gleichermassen dem Schicksal der ArmenierInnen wie dem Alltag der jungen Schweizerin.»  WOZ

«Da das Tagebuch der genauso sympathischen wie mutigen Clara Sigrist-Hilty Zeugnis ablegt von der unmenschlichen Behandlung der Armenier durch die Jungtürken, ist es ein wichtiges Dokument jener Zeit.»  Tages-Anzeiger

«Am Völkermord an den Armeniern waren auch Deutsche beteiligt. Ein neues Buch liefert jetzt einen Augenzeugenbericht über die grausamen Verbrechen vor rund 100 Jahren.»  vorwärts

«Die Aufzeichnungen von Fritz und Clara Sigrist-Hilty werden die andauernde Diskussion um den Völkermord an den Armeniern bereichern. Sie sind aber auch Zeugnis mutigen Handelns, das Respekt verdient.»  buchmedia Magazin

«Einmal angelesen, legt man es nicht mehr aus der Hand.»  Werdenberger & Obertoggenburger

«Man merkt dem Buch nicht nur die Sachkundigkeit der Herausgeberin an – auch ihre persönliche Nähe zum Gegenstand wird spürbar. Sie legt keine streng wissenschaftliche Studie vor, sondern ein spannendes Buch, das Sozial- und Weltgeschichte anschaulich miteinander verknüpft - und bewegt.»  bref

«Die Tagebucheinträge von Clara Hilty sind ein wichtiges Dokument über die Gräusel dieser Todesmärsche. Gleichzeitig sind sie ein Dokument sowohl menschenverachtender Strukturen als auch christlicher Nächstenliebe.» Salve
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