10.2.2017 - 16.7.2017

Labor: Andreas Walser. Und jetzt – gehe ich

Ausstellung

Bündner Kunstmuseum
Bahnhofstrasse 35
7000 Chur

T: 081 257 28 70
E: info@bkm.gr.ch
W: www.buendner-kunstmuseum.ch/de/seiten/start.aspx


Andreas Walser (1908 – 1930) ist eine aussergewöhnliche Erscheinung in der Kunst- und Kulturwelt. Aufgewachsen als Pfarrerssohn in der Churer Altstadt, zog es ihn mit 20 Jahren in die Kunstmetropole Paris. Er wollte nach eigenen Aussagen «ganz und gar französisch werden». In Paris fand er sehr schnell Anschluss, machte Bekanntschaft mit Pablo Picasso, Jean Cocteau, Klaus Mann, René Crevel, Maurice Tabard, Colette und anderen Persönlichkeiten aus der Kunst- und Literatenszene. Er arbeitete wie besessen und konnte bald schon einige Werke in Ausstellungen zeigen und auch verkaufen. Und doch zog es ihn immer wieder nach Graubünden, zu seinen Jugendfreunden und zu seinem väterlichen Freund und Vorbild Ernst Ludwig Kirchner.

Das Buch von Heinz Bütler «Métro zum Höllentor» erzählt die Freuden- und Leidensgeschichte eines jungen Mannes zwischen Ekstase, Selbstzerstörung und frühem Tod mit 22 Jahren: Das Leben des Churer Pfarrerssohns Andreas Walser, dem schon als Schüler eine grosse Sehnsucht den Weg wies – Künstler sein in Paris und Grosses schaffen. Weg von den Bündner Bergen, hinein in die entgrenzende Kunst- und Geistesstadt. Picasso! Cocteau! Derain! Utrillo!
Ernst Ludwig Kirchner (in Davos) erkennt sofort Andreas Walsers Begabung: «Sie sind der erste Schweizer, den ich kenne, der wirklich das neue Sehen, das in der Kunst heute lebt, ahnt.» Herbst 1928: Andreas Walser schleust sich schnell und geschickt in den Pariser Kunstkreislauf ein, trifft Picasso, der seine Arbeiten lobt, befreundet sich mit Cocteau und lebt seine Homosexualität. Doch bald verdüstern Todeswünsche und Drogenexzesse das Leben des hochbegabten und hypersensiblen jungen Malers.
In berührenden Briefen will Ernst Ludwig Kirchner Walser von den Drogen wegbekommen, vergeblich. Die 200 Briefe Andreas Walsers an die befreundete Sopranistin Barbara (Bärby) Hunger sind das Protokoll einer beispiellosen psychischen Höllenfahrt: Ein staunenswertes Werk.