Roberto Donetta – Fotograf und Samenhändler aus dem Bleniotal
Herausgegeben von Peter Pfrunder, Gian Franco Ragno / Mit Texten von Matthias Böhni, Marco Franciolli, Antonio Mariotti, David Streiff
gebunden, 1. Auflage, 165 Fotografien Duplex, 232 Seiten
Mai 2016Der Tessiner Roberto Donetta (1865–1932) gehört zu den grossen Aussenseitern der Schweizer Fotografie. Er fristete sein Leben als wandernder Fotograf und Samenhändler und hinterliess nach seinem Tod rund 5000 Glasplatten, die sich durch Zufall erhalten haben: Sie halten das archaische Leben seiner Landsleute im damals noch abgeschotteten Valle di Blenio und den langsamen Einzug der Moderne präzis und einfühlsam fest.
So wurde Donetta in einer Epoche des Umbruchs über die Zeitspanne von dreissig Jahren zu einem einzigartigen Chronisten, verstand sich aber gleichzeitig als Künstler, der – als Autodidakt – mit grosser Freiheit experimentierte und sein Medium virtuos einzusetzen wusste. Seine Bilder sind eindringlich und humorvoll, heiter und todernst, ob sie Kinder, Familien, Hochzeitspaare, Berufsleute, den harten Alltag von Frauen und Männern oder den Fotografen selbst zeigen.
Mit Donetta wird das Tessiner Bleniotal zur Bühne eines grossen Welttheaters. Die in diesem Buch versammelten Fotografien sind grösstenteils noch nie publiziert worden.

Bildrechte: Martin Stollenwerk

Bildrechte: Raphael Hadad
Pressestimmen
«Wer sieht, der staunt! Man staunt über die Qualität der Bilder, die jene eines lokalen Chronisten bei weitem übersteigt. Kompositionskraft und Lichtführung, beides ist stupend. Was in Winterthur in überraschender Poesie, sinnlicher Kraft und Eigenständigkeit ausgebreitet ist, ist zweierlei: Es ist das Bild eines Tessiner Bergtales im vorletzten Jahrhundert, das auf den Anschluss an die Moderne noch lange warten wird. Und es ist das Lebensbild eines getriebenen Menschen am Rand jeder Metropole, unbeeinflusst von den meisten technischen und intellektuellen Leistungen seiner Zeit, der einzig aus der Kraft seines inneren Auftrags einen eminenten fotografischen Beitrag zur Schweizer Fotogeschichte geleistet hat.» NZZ
«Als Fotograf hinterliess er einen Schatz. Die skurril-poetischen Fotografien von Roberto Donetta sind Kunstwerke und beeindruckende Zeitdokumente aus dem Tessin.» NZZ am Sonntag
«Der Tessiner Roberto Donetta hat im frühen 20. Jahrhundert fotografiert, wie es damals üblich war. Umso erstaunlicher, dass seine Bilder nicht langweilig sind, sondern im Gegenteil, packend, eindringlich, faszinierend.» Sonntagszeitung
«Donetta packte den Augenblick oder inszenierte. So bot er den Leuten eine Bühne und uns einen einzigartigen Einblick in den harten Alltag vor hundert Jahren. Mit Bildern voller Klarheit und Wärme.» Schweiz am Sonntag
«Die Geschichte von Roberto Donetta ist voller Abgründe und Tragik, aber auch geprägt von einer tiefen, nie erlöschenden Leidenschaft – der Leidenschaft fürs Fotografieren.» Schweizer Familie
«Die edel gemachte Publikation erschliesst das reiche Werk Donettas eindrucksvoll. Was Donetta stiftet, ist ein reiches Sittenbild nach 1900, von dem noch viele Historiker bzw. am Medium Interessierte profitieren werden.» PHOTO International
«Fotograf Roberto Donetta hat meisterhaft den Alltag im Bleniotal um 1900 festgehalten.» WOZ
«Er fotografiert dabei nicht nur die rituellen Feste und Ereignisse der ländlichen Bevölkerung, sondern inszeniert sie auch zu grossartigen Kompositionen.» Kunstbulletin
«So ist dieser Donetta auch ein Regisseur, seine Porträts sind Bühnen. Mitten im Alltag stellt er sie hin, auf den harten Boden der Realität, und stets entrückt er so die Leute ein kleines Stück weit in eine zweite, höhere Wirklichkeit.» Tages-Anzeiger
«Der Autodidakt Donetta ist ein unglaublich freier Fotograf. Wir bewundern ihn heute dafür, dass er Regungen und Bewegungen zulässt. ... Donetta, bei dem Tradition und die langsam Einzug haltende Moderne eine seltsame Verbindung eingehen, ist nicht nur ein Bilderseher, sondern ein geheimer Verbündeter der Kinder.» Der Landbote
«Die Fotografien dokumentieren das Leben im Bleniotal auf eine ganz eigene, eindrückliche Art und Weise.» Aargauer Zeitung
«Im Fokus der fotogeschichtlichen Forschung steht neben dem fotodokumentarischen Wert der posthum entdeckten Glasplattenfotografien die Biografie eines Sonderlings, der neben den traditionellen Auftragsarbeiten mitunter modern anmutende Porträtinszenierungen hinterliess. Der Limmat-Verlag ist bekannt für seine sorgfältig gestalteten Publikationen zur Fotogeschichte der Schweiz.» fotoinfo.de
«Seine Bilder sind eindringlich und humorvoll, heiter und todernst, ob sie Kinder, Familien, Hochzeitspaare, Berufsleute, den harten Alltag von Frauen und Männern oder den Fotografen selbst zeigen.» active live
«Donettas Werk zeigt ein reichhaltiges Bild der bäuerlichen Kultur im Tessin.» Tessiner Zeitung
«Donettas Werk wird nun erstmals in einer umfangreichen, deutschsprachigen Publikation gewürdigt. Die in diesem Buch versammelten Fotografien sind grösstenteils noch nie publiziert worden.» Memoriav
«Die Lektüre des Bandes ist aus mehreren Gründen empfehlenswert: Die Beiträge sind sorgfältig recherchiert, historisch kontextualisiert und enthalten Zitationen aus Tage- und Notizbüchern und Briefen» Fotogeschichte
«Doch während Donetta hinter seiner schweren Plattenkamera verborgen bleibt, seine Biografie nur bruchstückhaft zu rekonstruieren ist, ist es sein wacher, kritischer Blick, der uns heute in seinen Lichtbildern berührt.» Badische Zeitung
«In fotogeschichtlicher, lokalhistorischer und ästhetischer Hinsicht besonders wertvoll.» Urs Tillmanns, fotointern.ch
