«Ich bin aus dem Freiamt, wisst ihr, wo das ist?»
Erinnerungen an eine Kindheit und Jugend
Mit einem Nachwort von Ernst Halter
gebunden, 208 Seiten, 12 s/w-Abbildungen
April 2025Wenn Maria Galizia-Fischer erzählt, nimmt sie uns mit in eine Welt, die wir so nicht mehr kennen: Als viertes von zehn Kindern wird sie 1933 im katholischen Oberfreiamt geboren. Bereits auf der anderen Seite der Reuss, wo die Reformierten leben, beginnt die Fremde. Die Familie lebt auf einem Bauernhof, weitgehend selbstversorgt und vom Milchzahltag.
Als die Maul- und Klauenseuche ausbricht, ist die Existenz bedroht, Grossonkel und Pfarrer Anton schickt Schokolade und Segenssprüche. Vom Ausbruch des Zweiten Weltkriegs erfährt man über das Radio der gichtkranken Tante Babette im Obergeschoss, eine italienische Hausiererin erzählt vom Grauen der Judenverfolgung. Schweigend pflegt der Vater seine Tiere, der Knecht Vinzenz flucht, die Grossmutter flüstert Stossgebete.
In Marias Erinnerung werden die Menschen und Orte der Vergangenheit lebendig, wir gehen mit ihr den einstündigen Weg in die Schule, wo man ihr das Latein verbietet, weil sie ein Mädchen ist, und staunen, wie die Eltern sie später dazu ermutigen, Lehrerin zu werden, und sie trotz finanzieller Schwierigkeiten bei ihrer Ausbildung unterstützen.
Wir folgen Maria auf Freizeitausflüge und zu Vorstellungsgesprächen, auf den Pilatus und in die Töchterschule und begleiten sie dabei, wie sie mit viel Mut und grosser Neugier ihren Weg in ein Leben zwischen Tradition und Selbstbestimmung findet.

Bildrechte: Ayşe Yavaş
Maria Galizia-Fischer, geboren 1933 in Merenschwand als viertes von zehn Kindern, besuchte die Töchterschule und das Hauswirtschaftsseminar in Aarau und arbeitete als Hauswirtschaftslehrerin in Merenschwand und Beinwil. Verheiratet mit dem Bildhauer Rico Galizia, dessen Werk sie nach seinem Tod verwaltet. Maria Galizia ist Grossmutter, Urgrossmutter, Gastgeberin, Zuhörerin, Erzieherin, Kunst- und Literaturliebhaberin.

Bildrechte: Werner Erne
Geboren 1938 Zofingen (AG), Schweiz
1958–1966 Studium der Germanistik, Kunstgeschichte und Geschichte in Genf und Zürich
1962–1963: Aufenthalt in England
1967–1968: Redaktionsassistent bei der Kulturzeitschrift «du»
1968–1969: Lektor des Verlags Fretz & Wasmuth, Zürich
1970–1985: Cheflektor des Verlags Orell Füssli, Zürich
ab 1986/87: freischaffend als Schriftsteller, Publizist und Herausgeber, Redaktor, Lektor, Berater beim Offizin Verlag, Zürich, auf den Gebieten Volkskunde, Photographie, Kulturgeschichte, Kunst
Verheiratet mit der Lyrikerin und Schriftstellerin Erika Burkart.
Pressestimmen
«Den Jungen möchte sie mit ihren Geschichten zeigen, dass die Berufswahl mit all ihren Möglichkeiten nicht immer so war. Aber auch allen anderen solle das Buch Freude bereiten – und vielleicht werden auch ein paar alte Erinnerungen an eine andere Welt geweckt.»
Melanie Burgener, Aargauer Zeitung
«Die Autorin öffnet die Tür in eine gesellschaftliche Zeitspanne, an welche sich die einen noch erinnern und andere gar nicht kennen. So ist es ein Buch geworden, das eine Ebene öffnet, auf der die Vergangenheit und das damalige Leben verstanden werden kann. Maria Galizia-Fischer erzählt auf eine eindrückliche Art aus einer Zeitspanne, die nur ihr gehört, mitgetragen von einer Familiengemeinschaft, die ein gutes und frohes Lebensgefühl mit Beständigkeit vermittelte.» Richard Wurz, Freiamt Plus
«Ein authentisches Zeugnis einer Lebensbefreiung im Freiamt.» Landliebe
«Ein authentischer Einblick in die Lebenswelt der Kriegs- und Nachkriegsschweiz, in das katholisch-bäuerliche Milieu des Freiamts und in das bewegte, selbstbestimmte Leben einer Frau.» Maximilian Jacobi, Aargauer Kulturmagazin
