König Zucker

König Zucker

Das erzählerische Werk III 1934–1936

Herausgegeben von Bernhard Echte, Manfred Papst / Mit einem Nachwort von Bernhard Echte

gebunden mit Schutzumschlag, 400 Seiten, // Nur noch letzte RESTEXEMPLARE aus dem Verlagsarchiv, bitte wenden Sie sich an den Verlag.

vergriffen

Januar 1993
ISBN 978-3-85791-205-4

Die Jahre von 1934 bis 1936 zeigen Glauser auf dem Höhepunkt seines Schaffens. Er vollendet in dieser Zeit nicht nur drei Romane, sondern schreibt auch drei Dutzend Erzählungen und Feuilletons, die in der Schweizer Literatur jener Zeit ihresgleichen suchen.

Weitgespannt ist das Spektrum der Themen: Es reicht von Geschichten aus der Fremdenlegion bis zu einem in Wien spielenden Kriminalfall, von der humoristischen Schilderung eines helvetischen Musikfestes bis zur philosophischen Betrachtung eines französischen Hühnerhofs. Vielfältig auch die Gattungen, deren sich Glauser bedient: Kleine Skizzen stehen neben Novellen klassischen Zuschnitts, Essays neben grossen autobiographischen Berichten.

Überall aber findet sich der unverwechselbare Glauser-Ton: jene trocken-lakonische Erzählweise mit ihren kleinen pathetischen Einsprengseln, jene spezifische Mischung aus Melancholie und zartem, anarchischem Humor. So sind selbst noch die kleinsten Prosastücke Beispiele grosser Literatur, in der sich sprachliche Meisterschaft mit existentieller Erfahrung verbindet.

Zu Glausers Lebzeiten sind die Texte an zahllosen Orten verstreut erschienen: die meisten in Zeitungen und Zeitschriften; manche blieben gar unpubliziert. Sie sind hier erstmals vollständig gesammelt und werden in der Reihenfolge ihrer Entstehung präsentiert. Deutlich wird dadurch, dass Glauser keineswegs nur der Schöpfer des Wachtmeisters Studer war, sondern der Autor eines erstaunlich vielfältigen Werks, dessen eigentliche Entdeckung eben erst begonnen hat.

Schlagworte
Literatur
Friedrich Glauser
Bildrechte: Gotthard Schuh / Fotostiftung Schweiz
Friedrich Glauser, geboren 1896 in Wien als Sohn einer Österreicherin und eines Schweizers, führte ein rastloses Leben. Unzählige Orte und Stationen säumten seinen Weg, darunter Erziehungsheime, Gefängnisse und psychiatrische Kliniken. Friedrich Glauser lebte in Frankreich, Belgien und Italien, war lange Zeit morphiumsüchtig, verbrachte einige Jahre in der Fremdenlegion und nahm teil an der Dadaismus-Bewegung in Zürich. Er starb 1938 in Nervi bei Genua.
Manfred Papst
Bildrechte: Ayṣe Yavaṣ

Manfred Papst, geboren 1956 in Davos. Nach dem Studium der Sinologie, Germanistik, Kunstwissenschaft und Geschichte in Zürich arbeitete er als Lehrer, Korrektor, Übersetzer und Lektor und als Mitherausgeber der Prosa und der Briefe von Friedrich Glauser. Als Gründungsmitglied der «NZZ am Sonntag» war er viele Jahre deren Ressortleiter Kultur, danach fest angestellter Autor. Manfred Papst erhielt diverse Auszeichnungen, u. a. den Alfred-Kerr-Preis für Literaturkritik 2015.

«Der Schreibzwang dieses sprachmächtigen Erzählers war seine Lebenskraft: Sie riß ihn hoch aus seinem seelischen Elend in die Literatur.» Frankfurter Allgemeine Zeitung

«Ein einziges Glanzstück, auch in ästhetischer Hinsicht.» Tagesspiegel, Berlin

«Bernhard Echte und Manfred Papst haben nicht nur die verstreuten und verlorenen Geschichten von Glauser gesucht und gefunden. Sie haben mit ihren erzählenden Kommentaren einen Schriftsteller, den wir alle schon zu kennen glaubten, neu entdeckt.» DIE ZEIT

«Mustergültig ediert und grandios präsentiert.» ORF, Wien

«... hat der Limmat Verlag dem als Kriminalautor bekannten Schriftsteller ein Denkmal gesetzt, das so notwendig wie anregend, so unerlässlich wie erlesen ist.» Die Rheinpfalz, Ludwigshafen

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