Die Tänzerin und der Chemiker / La danseuse et le chimiste
Neun undisziplinierte Begegnungen zwischen Kunst und Wissenschaft. Zwillingsbuch Französisch / Deutsch
Übersetzt von Maria Hoffmann-Dartevelle
Klappenbroschur, 116 Seiten
vergriffen
Dezember 2002Können sich Wissenschaftlerinnen und Künstler über etwas unterhalten – abgesehen vom Wetter? Die Stiftung Science et Cité hat im Rahmen der Expo. 02 neun dieser unmöglichen Dialoge organisiert, und Daniel de Roulet hat sie beobachtet: Wie Tänzerin und Chemiker über ihren disziplinären Schatten springen, Maler und Arzt den Rahmen sprengen, Biologin und Regisseurin experimentieren, Soziologin und Theaterdirektor aus der Reihe tanzen, Künstlerin und Zoologe ins Offene treten …

Bildrechte: Ayşe Yavaş
Daniel de Roulet, geboren 1944, war Architekt und arbeitete als Informatiker in Genf. Seit 1997 Schriftsteller. Autor zahlreicher Romane, für die er in Frankreich mit verschiedenen Preisen ausgezeichnet wurde. Für sein Lebenswerk erhielt er 2019 den Grand Prix de Littérature der Kantone Bern und Jura (CiLi). Daniel de Roulet lebt in Genf.
Pressestimmen
«Diese Dialoge fängt de Roulet meisterhaft ein. Dabei beschränkt er sich bei weitem nicht auf die Diskussionsthemen, sondern fängt die Atmosphäre der sonntäglichen Matinees ein. Die Stimmung im Publikum kommt ebenso zur Geltung wie die Präsentation der Gesprächspartner auf der Bühne, ihre Kleidung, ihre Gestik. Er beschreibt, wie das Gespräch oft harzig in Gang kommt — jeder Partner ist auf seine Kunst oder Wissenschaft und darauf, wie sie beim Gegenüber ankommen, fixiert — und lässt den Leser an den oft verblüffenden Wendepunkten teilnehmen. Weit mehr als ein Expoerinnerungswert, eine intellektuelle Freude und Diskussionsgrundlage für Menschen jeden Alters.» Schweizer Bibliotheksdienst
Entdecken
Die folgenden Texte fassen neun Begegnungen zusammen, die im Sommer 2002 auf den Arteplages der Schweizerischen Landesausstellung stattgefunden haben. Bei jeder dieser Begegnungen hat sich ein Wissenschaftler oder eine Wissenschaftlerin mit einer Persönlichkeit aus Kunst und Kultur unterhalten. Eine Stunde lang haben sie sich unter einer Zeltkuppel in der intimen Atmosphäre einer ersten Begegnung vor einem wohlwollenden Publikum präsentiert.
Können Wissenschaftler und Künstler auch noch über etwas anderes reden als das Wetter? Sind sie fähig, von ihrer Arbeit oder von der Arbeit ihres Gegenübers zu sprechen? Finden sie bei einem sol-chen Austausch die richtigen Worte?
Die Stiftung Science et Cité ist es gewohnt, Treffen zu fördern. Seit vier Jahren organisiert sie Runde Tische, «Wissenschafts-Cafés», und baut Netzwerke auf. Höhepunkt dieser Bemühungen war ein Festival, das im Jahr 2001 ein Publikum von 300 000 Personen erreicht hat. Diesmal ist die Stiftung zur einfachsten Form des Dialogs zurückgekehrt: zwei Personen und ein Moderator.
Neunmal wurden zwei Personen eingeladen. In den meisten Fällen hat die eine die andere ausgewählt, ohne sie jemals gesehen zu haben. Die eine kannte die Werke der anderen, ihren Ruf oder ihre phänomenalen Honorare. Die eine träumte von einem Streitgespräch, die andere trieb reine Neugier an.
Dreimal wurden an drei verschiedenen Seen die Bedingungen für den Dialog geschaffen. Nur ein Zelt, Stühle und die Ruhe eines Sonntagmorgens am Wasser.
Das Überraschendste an diesen Begegnungen war, dass die Verständigung nicht so ablief, wie man es sich anfangs vorgestellt hatte. Die Positionen waren nicht im voraus festgelegt, sondern entwickelten sich im Lauf des einstündigen Gesprächs. Da trat nicht die Wissenschaft als Ganzes gegen die Künste als solche an. Da stand nicht die Gemeinschaft aller Künstler der geballten Gemeinschaft der Wissenschaftler gegenüber. Es war vielmehr ein persönlicher Austausch, angefüllt mit Augenblicken faszinierten Staunens und zahlreichen Zweifeln. Zwei Biographien berührten sich für einen Moment.
Unterschiedliche Positionen wurden diskutiert, Erfahrungen stiessen aufeinander, man teilte Unsicherheiten. Um den Ablauf dieser Begegnungen wiederzugeben, schien ein freier Ton geboten, eine fröhliche Disziplinlosigkeit, ein frecher Blick. All das steckt in den nachfolgenden Seiten
Staatssekretär
Präsident der Stiftung Science et Cité
