Hans Grünauer

Hans Grünauer

Roman

gebunden, mit einem Nachwort von Matthias Peter, 360 Seiten

Januar 2024
SFr. 38.–, 38.– € / E-Book SFr. 28.–
ISBN 978-3-03926-065-2
*Leseprobe

In seinem autobiografischen Roman schildert Jakob Senn mit umwerfendem Charme das Heranwachsen des Hans Grünauer, eines Bauernsohns, der früh an den Webstuhl gesetzt wird, um zum Unterhalt der Familie beizutragen. Seine Leidenschaft aber gilt den Textgeweben: Süchtig liest er jedes gedruckte Wort, das er auftreiben kann, und bald beginnt er, selbst zu schreiben, mangels Papier auf jede erdenkliche Unterlage, von der Hemdmanschette bis zum Webstuhlrahmen.

«Senns ganz und gar eigensinnige Sprache, farbig, direkt und doch von zarter Umständlichkeit, schafft verblüffende Präsenz. Ein ungewöhn­liches, kostbares Buch.» Die Zeit

Anlässlich des Jubiläums gibt es eine Wanderausstellung zum Buch (Januar bis Oktober 2024), ausserdem ist der Schauspieler mit seinem Theaterstück zu «Hans Grünauer» in der Schweiz unterwegs.

 

Jakob Senn
Bildrechte: Limmat Verlag
Jakob Senn (1824–1879), geboren in Fischenthal, Kanton Zürich. Nach dem Besuch der Primarschule Arbeit auf dem väterlichen Hof. Erste literarische Versuche mit zwanzig Jahren, Bekanntschaft mit dem Volksschriftsteller Jakob Stutz. 1856 angestellt in einem Zürcher Antiquariat, ab 1862 freier Schriftsteller, 1864 Heirat und Übersiedlung nach St.Gallen. 1867 Ausreise nach Südamerika, Rückkehr 1878, 1879 Freitod in der Limmat.

«Der Roman ist eine rührende Lektüre mit sozial- und mentalitätsgeschichtlicher Brisanz.» Hansruedi Kugler, CH Media

«Die Geschichte des Bauernsohns, der als Weber die Familie ernähren soll, aber nichts als Schriftsteller sein will, vermag durch ihre Kraft und Anschaulichkeit sowie durch ihre Mischung aus Lokalkolorit und existenziellem Aufbegehren zu fesseln.» NZZ am Sonntag

«‹Hans Grünauer› – den Titel will Senn als Reverenz vor dem ‹Grünen Heinrich› verstanden wissen, und als Schutzumschlag hat der Verlag ein Bild von Kellers Hand gewählt – ist autobiografisch grundiert, literarisch gestaltet und weit mehr als ein bloss volkskundlich interessanter Rückblick. Sie ist zum Greifen, diese gut gewobene Geschichte vom wissbegierigen, Wort-ergebenen Webstuhl- Flüchtling, der nirgends hineinpasst, wenn er sich selbst nicht untreu werden will: eine formal zwar nicht vollendete, aber farbige, fühlbare Chronik.» Neue Zürcher Zeitung

«Warum der Volksdichter Jakob Senn (1824–1879) in der Schweizer Literatur nicht denselben Stellenwert hat wie Gottfried Keller oder Jeremias Gotthelf, ist nicht nachzuvollziehen.» Thurgauer Zeitung

«Sein autobiografischer Roman ist in keiner Weise reisserisch. Faszinierend ist viel mehr die Schilderung des Weges des jungen Jakob/Hans, der von klein auf entschlossen ist, sich nicht als Weber und Bauer durchs Leben zu schlagen. Sein Weg wird vielfach behindert, nicht einmal aus Bosheit, sondern eher aus Unverständnis darüber, dass jemand wie Senn/Grünauer aus dem ihm gesetzten Rahmen ausbrechen will.» Schaffhauser Nachrichten

«Ein Roman von literarischer Bedeutung.» Frank von Niederhäusern, Kulturtipp

«Es bleibt zu hoffen, dass dieser Sommernachtstraum in seiner Neuauflage eine breite Leserschaft findet und Jakob Senns literarisches Werk dauerhafte Würdigung erfährt.» Luxemburger Tageblatt

«Eine Stimme, die unüberhörbar die Schweizer Literatur des 19. Jahrhunderts bereichert.» Heimatspiegel

«Eindrücklich ist Senns Sprachkraft. Vom einfachen Bericht über Begebenheiten des Alltags oder die Reise nach Zürich, über die Schilderung seiner vom Oberländer Pietismus beeinflussen religiösen Initiation und des innigen Verhältnisses zum älteren Bruder Jakob (= Heinrich), bis zu ironischen und sarkastischen Charakterisierungen skurriler Persönlichkeiten verfügt er über zahlreiche Register und vermeidet es sorgsam, seine eigene Person in ein allzu helles Licht zu rücken. Wie etliche seiner Zeitgenossen, verwendet Senn gern Dialektausdrücke und –wendungen, doch gelingt es ihm, sie in der Figuren- wie in der Erzählerrede nicht bloss als folkloristisches Kolorit, sondern als Stilmttel einzusetzen. ‹Peters Jakob brachte die erste Nachricht von dieser Novität [Jakob Stutz' erste ‹Gemälde aus dem Volksleben›] zu uns und schalt den Verfasser scherzweise einen ‹Lekkersbub›, der die Leute ‹mordsdings› auszuschänzeln wisse.› – Nicht zuletzt deswegen hat Senns Lebensgeschichte auch nach fast anderthalb Jahrhunderten nichts an Reiz verloren.» Schweizer Monatshefte

«Was es bedeutet haben mag, in einen nassen und dunklen Webkeller gezwängt zu werden, zu einer Arbeit, bei der man sich wegen des Lärmes kaum unterhalten (...) kann und die von morgens um sechs bis abends um zehn dauert, wird in Senns Schilderungen mehr als anschaulich. (...) Senn hat durchaus einen der bedeutenden Entwicklungsromane des 19. Jahrhunderts verfasst. Ein kraftvoller, mit grossem Vergnügen zu lesender Bildungsroman... » Jahrbuch für Kommunikationsgeschichte

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