Die Fieberkurve

Die Fieberkurve

Herausgegeben von Julian Schütt / Mit einem Nachwort von Julian Schütt

Leinen, 252 Seiten, als text- und seitenidentisches Taschenbuch beim Unionsverlag lieferbar

vergriffen

Januar 1995
SFr. 39.–, 25.– €
ISBN 978-3-85791-240-5

In der politisch wie kulturell eingemauerten Schweiz gibt es um 1935/36 wenig zu lachen, erst recht nicht für Glauser, den man hinter psychiatrischen Anstaltsmauern unter Verschluss hält. Und doch entsteht «Die Fieberkurve», als «humoristischer Kriminalroman» geplant, als «Verzweiflungstat» geschrieben, ein Werk von fröstelnder Heiterkeit.

Glauser schickt seinen Wachtmeister Studer in die Wüste. Studer ist aber nur ein schlichter Fahnder der Berner Kantonspolizei, der normalerweise in Dörfern ermittelt. Wie gelangt er plötzlich in einen marokkanischen Garnisonsposten der Fremdenlegion?

Studer erlebt ein Wechselbad der Fremdheitsgefühle. Chronisch unterwegs, taucht er in exotische Welten ein, stets der Gefahr ausgesetzt, sich darin zu verlieren. «Traumluft» wollte Glauser aufwirbeln. Studer träumt, wo er kann, auch am hellichten Tag, und vergisst mitunter, dass er einen Fall lösen muss. Er ist noch verletzlicher, noch depressiver, noch menschlicher als in anderen Studer-Romanen – seinem Autor ist er dann besonders nahe.

Friedrich Glauser
Bildrechte: Gotthard Schuh / Fotostiftung Schweiz
Friedrich Glauser, geboren 1896 in Wien als Sohn einer Österreicherin und eines Schweizers, führte ein rastloses Leben. Unzählige Orte und Stationen säumten seinen Weg, darunter Erziehungsheime, Gefängnisse und psychiatrische Kliniken. Friedrich Glauser lebte in Frankreich, Belgien und Italien, war lange Zeit morphiumsüchtig, verbrachte einige Jahre in der Fremdenlegion und nahm teil an der Dadaismus-Bewegung in Zürich. Er starb 1938 in Nervi bei Genua.

«Der Schweizer Autor – in diesem Roman ganz unschweizerisch – enttäuscht seine Fan-Gemeinde nicht, im Gegenteil; zu wünschen ist vielmehr, dass ihn mehr Leser entdecken! Fieberkurve ist ein sehr passender Titel für diesen vibrierenden Kriminalroman.» Südwestrundfunk

«Höhepunkt ist die Szene, wo Studer nach ausgiebigem Haschischgenuss an manchem zu zweifeln beginnt, was Schweizer Ordnung generell ausmacht.» SF 2

«An der ‹Fieberkurve› zeigt Julian Schütt auf, wie Glauser sich so flagrant wie in keinem anderen Roman selbst zitierte und variierte.» Tages-Anzeiger

«Sehr zu empfehlen.» SRF

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