In Zürich gestorben ... in Zürich vergessen
Broschur, 1. Auflage, 11 Blumenfotografien von Gottfried Honegger, 80 Seiten
Oktober 2013Maria Becker, Walter Bechtler, Binia Bill, Edwin Arnet, Arnold Kübler, Marthe Kauer, Edmond de Stoutz, Ruth Wolgensinger, Konrad Farner, Camille Graeser … Gottfried Honegger erinnert an 51 Persönlichkeiten aus Kultur und Wissenschaft, die im 20. Jahrhundert in und für Zürich Grosses geleistet haben, die mit Visionen und Enthusiasmus die Stadt weitergebracht haben. Er war mit ihnen bekannt und entwirft ihnen je eine persönliche Inschrift als einstweiliges Gedenken und als Brücke in eine kulturbewusste Zukunft.

Bildrechte: Julieta Schildknecht
Pressestimmen
«Gottfried Honegger erinnert an fünfzig Persönlichkeiten, denen Bevölkerung und Behörden den Dank schuldig blieben. Wenigstens gibt es jemand, der mit diesem Buch darauf hinweist und fünfzig provisorische Denkmäler setzt. Sie werden hoffentlich Bestand haben.» Buchmagazin.ch
«Eine melancholische Hommage an die Kultur» Tagblatt Stadt Zürich
«Der bald hundert Jahre alte Künstler und Autor Gottfried Honegger entwickelt im Alter eine nicht nachlassende Energie und überrascht mit seinem Fundus an Ideen, Beziehungen und jetzt mit Gedichten. Knappe Prosa, grossartig verdichtet.» Schweizer Buchhandel
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Zürich war eine Stadt, die JA sagte. Eine Stadt, die ändern wollte, verbessern. Ein internationaler Treffpunkt von Menschen, die an die Kraft des Geistes der Kultur glaubten. Ja ... das war einmal.
Heute sind viele dieser Pioniere vergessen, entsorgt. Diese Tatsache hat mich dazu bewogen, dieses Manifest zu schreiben. Es darf nicht sein, dass Menschen, die die Stadt mitgestaltet haben, vergessen gehen.
Würden wir sie ehren, der heutigen Bevölkerung bewusst machen ... unsere Stadt Zürich wäre eine Kulturlegende. Wenn wir diese Menschen nicht vergessen, werden sie zu Modellen für unsere Jugend. Diese Pioniere hatten Visionen, Utopien, den Glauben, dass das Leben ein Wunder ist.
Ich habe Jahre in New York, in Paris, in Südfrankreich, in Schweden gelebt und gearbeitet. In Paris finde ich heute noch die Baumeister einer universellen Kultur. In Paris werden die Pioniere geehrt, verehrt, an das Volk weitergegeben. In Paris habe ich erlebt, wie stolz die Bürger sind, dass in ihre Stadt so etwas wie eine Oase der Kultur ist. Ich habe Bürger erlebt, die die Künstler, die Musiker, die Dichter, die Philosophen kennen.
Ich selbst wurde geehrt mit der Légion d'honneur. Ich bin Commandeur des arts et lettres. Zu meinem 90. Geburtstag hat der damalige Kulturminister Renaud Donnedieu de Vabres mir eine Ausstellung meiner Skulpturen «dans les jardins du Palais-Royal » geschenkt.
In Zürich weiss niemand, wer die vier Persönlichkeiten auf unseren Banknoten sind (ich hab's ausprobiert). Alle vier haben ihren Erfolg der Stadt Paris zu verdanken. Alle vier waren zu Lebzeiten in der Schweiz Unbekannte, Ungeliebte, ja Unnötige. Heute mit Ruhm und Ehren übernimmt man sie auch in die Schweiz. Natürlich auf einer Banknote. Zürich ist ja schliesslich eine Bankenstadt, eine Geldstadt.
Ich hoffe, mit diesen paar Texten da und dort die Herzen zu erreichen. Ich lebe heute in Zürich, weil meine Familie das so gewünscht hat. Was mir bleibt ... ist Heimweh nach Paris. Heimweh nach einer Stadt, die für die Intellektuellen und die Künstler Augen und Ohren hat.
