Kilchenstock

Kilchenstock

Der Bergsturz in den Köpfen

gebunden mit Schutzumschlag, 340 Seiten

August 1996
SFr. 39.–, 42.– €
ISBN 978-3-85791-275-7

«Eine fürchterliche Katastrophe ist so wahrscheinlich, dass Schweigen meinerseits mir als Verbrechen erschiene», schrieb der Geologe Albert Heim im November 1928 an den Landammann des Kantons Glarus. Am Kilchenstock über Linthal droht nach dem Urteil der Wissenschaftler ein Bergsturz. Und auch die Wirtschaftskrise zeigt Wirkung im Dorf: Fabriken entlassen Arbeiterinnen und Arbeiter, verarmte Bauern suchen ihr Heil in nationalen Bewegungen.

Der Dorfpfarrer Friedrich Frey ist einer der wenigen, der in dieser Zeit der Verunsicherung einen klaren Kopf behält. Er leitet eine grosse Hilfsaktion, kämpft gegen soziales Elend, politische Hetze und den Zerfall der Solidarität. Und immer wieder steigt er auf den Berg und registriert mit wissenschaftlicher Akribie die unaufhaltsame Bewegung der Felsmassen.

Emil Zopfi erzählt die Geschichte des Kilchenstocks aus der Sicht der bedrohten Dorfbewohner, welche auf die Umweltkatastrophe ganz unterschiedlich reagieren. Wem soll man glauben? ist die Frage, die alle bewegt. Den Wissenschaftlern? Den Politikern? Dem Pfarrer? Der Wahrsagerin? Dem eigenen Gefühl?

Emil Zopfi
Bildrechte: Marco Volken

Emil Zopfi, geboren 1943, studierte nach einer Berufslehre Elektrotechnik und arbeitete als Computerfachmann und Erwachsenenbildner für Informatik und Sprache. Autor von Romanen, Hörspielen, Kinder- und Jugendbüchern. Er lebt heute als Schriftsteller in Zürich. Sein Werk wurde vielfach ausgezeichnet, u. a. mit dem Schweizer Jugendbuchpreis, dem Kulturpreis des Kantons Glarus und dem Albert Mountain Award.


CH Media, 20. Juni 2023


«Ein grosses Sittengemälde bietet Emil Zopfi mit seinem Roman. In einem Montageverfahren verbindet Zopfi Originalzitate von Zeitzeugen mit lebenssatten, erfundenen Szenen. In diesem dialogreichen, spannenden Roman werden Ignoranz und Angst, politische Verantwortung und Wissenschaftsstreit anschaulich verhandelt.» Hansruedi Kugler, CH Media