Spiegelschrift
Gedichte – die große Auswahl
Herausgegeben von Ernst Halter / Mit einem Vorwort von Ernst Halter
gebunden, 1. Auflage, 336 Seiten
Januar 2022Ernst Halters grosse Auswahl der Gedichte Erika Burkarts stellt exemplarisch das jahrzehntelange lyrische Schaffen der Dichterin vor, deren Entwicklung dem gängigen Muster – Aufbruch ins Ungewohnte, neuartige Diktion, Konsolidierung, Reife, Abgeklärtheit, Rückzug – widerspricht: Sie geht genau den umgekehrten Weg.
«Lies beide Seiten» wird das Motto ihres Schreibens. Es berichtet von erhoffter Transzendenz des lebendigen Hier in ein uns nicht erkennbares, geahntes Dort, wo sich ein Sinn finden könnte. Wir leben auf einer planen Fläche und sind nichts als das Spiegelbild des Mysteriums unserer eigenen Existenz, das unseren Blicken undurchdringlich bleibt. Ihre grossen Gedichte sind Spiegelschrift.
Wider den Tod entwickelt die Dichterin zuletzt ihr revolutionäres Profil: Fragmente, harte Kontraste, blitzhafte Visionen, Proteste, Rufe, Klagen, Beschwörungen – in alltäglicher Diktion.
«In der neueren Geschichte der schweizerischen Lyrik behauptet Erika Burkart – zusammen mit Meret Oppenheim und Silja Walter – ihren Platz neben Albin Zollinger und Alexander Xaver Gwerder, neben Giorgio Orelli und Philippe Jaccottet.» Beatrice von Matt, Neue Zürcher Zeitung

Bildrechte: Werner Erne
Geboren 1938 Zofingen (AG), Schweiz
1958–1966 Studium der Germanistik, Kunstgeschichte und Geschichte in Genf und Zürich
1962–1963: Aufenthalt in England
1967–1968: Redaktionsassistent bei der Kulturzeitschrift «du»
1968–1969: Lektor des Verlags Fretz & Wasmuth, Zürich
1970–1985: Cheflektor des Verlags Orell Füssli, Zürich
ab 1986/87: freischaffend als Schriftsteller, Publizist und Herausgeber, Redaktor, Lektor, Berater beim Offizin Verlag, Zürich, auf den Gebieten Volkskunde, Photographie, Kulturgeschichte, Kunst
Verheiratet mit der Lyrikerin und Schriftstellerin Erika Burkart.
Pressestimmen
«Ich fühlte mich in der Fremdheit ihrer Sprache fast körperlich geborgen. (...) Diese Lektüre verschob etwas in mir, öffnete einen Spalt. Ich stromerte durch ihre Sprachgelände. (...) Noch heute geben mir einige ihrer Gedichte und Texte die Gewissheit, dass es zwischen Schlafen und Wachen ein weiteres Land gibt: das Land der Schlaflosigkeit.» Eva Seck, WOZ
«Damals fand Burkart zu einem für sie charakteristischen Ton, einem Duktus magischer Sachlichkeit, der zwischen Schrecken und Glück scheinbar leicht, dabei komplex hin und her pendelte, zwischen euphorischen und stark melancholischen Zuständen hin und her tanzte.» Alexander Kluy, Der Standard
«Was Erika Burkart sucht, ist der vertriebene Geist einer Landschaft. Unter ihrem Blick erwacht diese zu gesteigertem Leben.» Gertrud Leutenegger, NZZ
«Der hundertste Geburtstag bietet nun die Gelegenheit, die Dichterin noch einmal neu zu entdecken.» Roman Bucheli, NZZ
«In Burkarts Naturlyrik manifestiert sich so etwas wie eine besondere poetische Verletzlichkeit, das Ich, das jeweils spricht, das leidet an der Zerstörung der Natur. Das Besondere bei ihr ist, dass genau dieses Leiden ihr zu einer kreativen Energie verhilft. Diese ganz starke Identifikation mit der Natur ermöglicht es ihr, die Perspektive zu wechseln und die Natur dadurch in äusserst präzise Bilder zu fassen. Sie verwendet ihre ganze Sprachmächtigkeit darauf, genau zu beschreiben. Die Bilder, die sie findet für die Natur, den Tod, das Leben, sind glasklar, aber unglaublich vielschichtig. Man kann diese Gedichte immer wieder lesen, ohne dass sie sich abnutzen.» Ursina Sommer, Germanistin und Herausgeberin
«Die Sammlung ‹Spiegelschrift› von Erika Burkart wirkt heute gültiger denn je.» Tina Uhlmann, keystone-SDA
«Naturlyrikerin greift zu kurz.» Der Bund
«Erika Burkart hat bis zu ihrem Tod einzigartige Gedichte geschaffen. Sie befreit sich mit jedem Gedicht ein wenig mehr, findet zu einer eigenständigen, schlichten und konkreten Sprache.» Julian Schütt, St. Galler Tagblatt
«Erika Burkart fesselte mich mit ihrer Art der zeitlosen Mystik und einer in die Jahre hinein geretteten kindliche offenen Sicht auf alles, die Natur, die Liebe, den Tod. Es war gross.» Simone Meier, Aargauer Zeitung
«Die Dichterin Erika Burkart war in allem eine Ausnahmekünstlerin. Ihre Werke kennzeichnen sprachliche Präzision und Phantasie.» Carola Wiemers, Deutschlandfunk
«Noch immer kann man Erika Burkart in einem Atemzug mit Grössen wie Friederike Mayröcker, Rose Ausländer oder Sarah Kirsch nennen. Sie denkt scharfsinnig über die Kraft der Sprache nach, darin ist sie sehr modern.» Simon Leuthold, SRF2 Kultur
«Spiegelschrift spannt einen schönen, abwechslungsreichen Bogen über das lyrische Gesamtwerk Burkarts.» morehotlist
«Es gibt Bücher, die mehr sind als ein Geschenk. Sie bereichern und beglücken. Mir höchster Präzision erscheinen Blumen, Bäume und atmosphärische Nuancen auf den Buchseiten. Magisch. Bewegend. Beglückend.» Bücherstimmen
