Aufs Leben los

Aufs Leben los

Literarisches Allerlei

Mit einem Vorwort von Franz Hohler

gebunden, , 176 Seiten

April 2007
SFr. 34.–, 36.– €
ISBN 978-3-85791-524-6

Vor 20 Jahren vertauschte Bardill die Kanzel mit der Bühne und ersang, erschrieb und erzählte sich sein eigenes Publikum. Vielen ist er heute als Kinderliedermacher bekannt. Dabei geht leicht vergessen, dass er als Autor über eine breite literarische Palette verfügt. Seine Texte erschienen auf cds, in Zeitschriften, Büchern und Kolumnen und spannen den Horizont vom abgründigen Liebeslied über hintersinnige Sterbegeschichten bis zur faustdicken Satire. Zeit also für Sammlung und Rückschau, Einkehr und Aussicht.
Aus den vier dicken Ordnern ist das Wichtigste und Beste in diese Auswahl eingegangen: Bekanntes und Unbekanntes, Liedtexte, Geschichten und Gedichte in Dialekt, Hochdeutsch und Rätoromanisch. Entstanden ist das literarische Porträt eines fahrenden Sängers, der sich der Regola d’arte lustvoll verweigert und den Kontakt zu seinem Publikum immer über die Weihen der Zunft stellt.

Mit den Liedtexten zu den CDs

Schlagworte
zweisprachig
Linard Bardill
Bildrechte: Toini Lindroos
Linard Bardill, geboren 1956 in Chur. Nach der Matura per Autostopp nach Indien, danach Theologiestudium. Ab 1986 folgen bis heute Bühnenprogramme, CDs, Bücher und Tourneen in Schweizerdeutsch, Hochdeutsch und Rätoromanisch für Kinder (z.B. «luege, was der Mond so macht» oder «Was i nid weiss, weiss mini Geiss») und Erwachsene («1 Traum & 12 Lieder», «Labyrinth», «Han di gära wie du wirsch»). Vielfach ausgezeichnet, u.a. mit dem Deutschen Kleinkunstpreis und dem Salzburger Stier. Linard Bardill hat fünf Kinder und lebt in Scharans GR.
Franz Hohler
Franz Hohler, 1943 in Biel geboren und aufgewachsen in Olten, ist Autor, Liedermacher und Kabarettist. Er lebt in Zürich.
Bündner Tagblatt, 30. April 2007
Reflexe, Schweizer Radio DRS, 15. August 2007
La Quotidiana, 8. August 2007
Schweizer Monatshefte, Juli/August 2007

«Bardill wäre nicht Bardill, wenn er nicht himmelhochjauchzend, bitterböse, hintersinnig, abgründig, lustvoll und widersborstig über Gott und die Welt schreiben könnte, um eben den Sinn des Lebens zu finden.» Bündner Tagblatt

«Der Titel ‹Aufs Leben los› ist Sinnbild dieser Sammlung und zeugt von einer übergeordneten Vielseitigkeit, Sprachvielfalt und Schaffensenergie. Kurzweilig satirische Kolumnen sind zu entdecken, wie etwa der fiktive Brief an Wilhelm Tell aus der Untersuchungshaft oder die Reflexion über Gott. Manchmal ist ein Gedicht berührend, etwa «Liun», oder eine Kurzgeschichte, wie etwa die Geschichte über die Frau mit dem Benzinkanister in der Hand, und es entstehen Momente beglückender Lektüre. Das Buch ist eine Auswahl aus Bardills vielseitigem populär-literarischen Schaffen. Ein Buch von einem Schweizer für Schweizer.» Schweizer Monatshefte

laut vorzutragen

Truk na fliach schina
Sut glisch rik glisch kia

Sor da gaja knagasa
Tran san gaja bagasch

Flanaf schattn flana – flahaf plan para

Olgen keres lendelei Pronnen scheren serebei

Truk na fliach schina
Sut glisch rik glisch kia


Aus der CD «Steinschlag», Beigabe zur cd «Tanz auf den Feldern», 1989
Trocla

Sch’eu savess salvar meis temp
Aint in üna trocla
Jau til salvess –
Spür per tai
Tuot las uras sguazzadas
Tuot ils dis invans sie
Mettess jau aint illa trocla
E tils salvess –
Spür per tai
E cur cha tü gnissast
Driviss jau la trocla
E las uras sguazzadas
Ed ils dis invans
Svolessan our’ sco utschels
E chantessan la chanzun
Chi fa invlidar il temp 
 Schatzkästchen

Wenn ich meine Zeit in einem
Kästchen aufbewahren könnte
Ich würde es tun –
Nur für dich
Alle vergeblichen Stunden
Alle ungelebten Tage ich würde sie
Ins Kästchen stecken und
Aufbewahren –
Nur für dich
Und wenn du dann kämest
Würde ich das Kästchen öffnen
Und die vergeblichen Stunden
Und die ungelebten Tage
Flögen heraus wie Vögel
Und sängen jenes Lied
Das die Zeit vergessen macht

Aus dem Bühnenprogramm «1 Traum & 12 Lieder», 1999

Wenn das Leben einen Sinn hat
Wenn das Leben einen Sinn hat
Dann deshalb,weil wir ihm einen Sinn geben
Wenn unser Leben eine Geschichte ist
Dann deshalb,weil wir diese Geschichte erzählen
Wenn die Engel unseren Tanz auf dem Vulkan begleiten
Dann deshalb,weil wir sie darum bitten
Wichtig vor allem zu lernen sei Aufmerksamkeit
Sagen die grossen Lehrer der Menschheit
Mein kleiner Sohn zum Beispiel
Der noch nicht sprechen kann

Newsletter, 2006