Denk an die Tage und Nächte
Erzählungen
Übersetzt von Julia Dengg, Christoph Ferber, Barbara Sauser
gebunden mit Schutzumschlag, 1. Auflage, 200 Seiten
März 2023In diesem Erzählband erinnert sich Pietro De Marchi an Gesichter, Orte und Begegnungen. Er reflektiert über die Geschichte seiner Familie in den Wirren und Verheerungen des letzten Jahrhunderts, über Freundschaft, Liebe und Literatur. Ihn interessieren nicht die grossen Schlachten, ihn interessieren die kleinen Geschichten, die vermeintlich banalen; die Bilder, die seine Kindheit und Jugend in Mailand prägten, die Farben, Stimmen, Gerüche, mal nach Weihrauch, mal nach Formalin.
Durch Reisen und in der Imagination stellt sich De Marchi der Vergangenheit. Er folgt dem Grossvater, der als 22-Jähriger nach Amerika aufbrach, vertieft sich in die Kriegstagebücher seiner Vorväter und in Zeitungsartikel, aber er misstraut dem Faktischen.
In allem sucht der Autor nach dem, was im Schatten geblieben ist oder ausserhalb der Sichtweite, und er findet es in den Splittern der Wahrnehmung, in den «Falten der Zeit».
De Marchi lässt die Dinge sprechen und fügt sie zu einem lyrischen Kosmos. Wo die Grenze zum wirklich Erlebten verläuft, bleibt auf faszinierende Weise ungreifbar, es ist gelebte Poesie.

Bildrechte: Alexander Jaquemet

Bildrechte: Elisabeth Dengg
Julia Dengg, geboren 1986 in Steyr (Österreich), studierte Übersetzen und Vergleichende Literaturwissenschaft in Wien, Genua und Tiflis.
Auszeichnungen
- Preis «Terra nova» 2015 der Schweizerischen Schillerstiftung für die Übersetzung von Giorgio Orellis «Un Giorno della vita»
- Förderpreis 2015 des Deutsch-Italienischen Übersetzerpreises für die Übersetzung von Giorgio Orellis «Un Giorno della vita»

Bildrechte: Yvonne Böhler
Übersetzungen, fast ausschliesslich lyrischer Texte, aus dem Italienischen (Gaspara Stampa, Vincenzo Cardarelli, Eugenio Montale, Salvatore Quasimodo, Attilio Lolini, Giorgio Orelli, Giovanni Orelli, Pietro de Marchi, Remo Fasani, Aurelio Buletti, Francesco Chiesa, aus dem Russischen (Michail Lermontow, Fjodor Tjutschew, Sinaida Hippius, Fjodor Sologub, Wjatscheslaw Iwanow, David Samojlow), dem Französischen (Stéphane Mallarmé, Werner Renfer), dem Polnischen (Juliusz Slowacki) und Bulgarischen (Dimtscho Debeljanow).

Bildrechte: AdS, Solothurner Literaturtage, Michal Florence Schorro
Geboren 1974 in Bern, lebt in Bellinzona. Studium der Slawistik und Musikwissenschaft in Fribourg. Nach mehreren Jahren im Zürcher Rotpunktverlag arbeitet sie seit 2009 als freiberufliche Übersetzerin aus dem Italienischen, Französischen, Russischen und Polnischen.
Pressestimmen
«Der brillante Erzähler Petro De Marchi lässt uns auf bewegende Weise an den Erinnerungen seiner Familie teilhaben, die auch die zwei Weltkriege miterlebte.» Charles Linsmayer, 20 Minuten
