Vreneli\
Oskar Panizza

Vreneli's Gärtli

Eine Zürcher Begebenheit

Herausgegeben von Ute Kröger

104 Seiten, Leinen, 8 Abbildungen
September 2016
SFr. 19.80, 18.– € / eBook sFr. 18.–
sofort lieferbar
978-3-85791-812-4

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Furcht und Hoffnung des Flüchtlings Oskar Panizza

1895 erscheint Panizzas Theaterstück «Das Liebeskonzil» und bringt ihm in München ein Jahr Gefängnis wegen «Gotteslästerung» ein. Nach Verbüssung der Strafe geht er 1896 nach Zürich ins Exil, wo er 1898 wieder ausgewiesen wird. Er wäre gerne geblieben. In «Vreneli’s Gärtli» verarbeitet Panizza seine ungemütliche Situation als Flüchtling in der Schweiz mit unbändigem Humor und ironischer Übersteigerung in ein Schicksal von antikischem Ausmass in klein-bürgerlicher Umgebung.

«Vreneli’s Gärtli» heisst ein Gasthaus im Wald oberhalb der Stadt Zürich, und als er davon hört, ist dem Mann sofort klar: Vreneli ist die eidgenössische Variante der Venus, der Vrenesberg ist der Venusberg, da muss er hin. Und so macht er sich auf zu diesem anmutigen Ort, wo er tatsächlich auf Venus trifft, eine bodenständig-pragmatische Venus helvetischer Prägung, die ihm tief in die Augen blickt und ihn fragt: «Was trinkt der Herr füren Wi?»

Und so lässt er Eglisauer, Stammheimer und Herrliberger auftragen und jauchzt innerlich, mit jedem Glas wachsen sein Glück über die Freiheit in der Schweiz mit ihren griechisch anmutenden Hirtenmädchen und sein Groll auf den deutschen Polizeistaat, die Hirtenmädchen tragen auf, das Gelage nimmt seinen Gang, und der Flüchtling freut sich auf die Nacht in den weichen Armen der Freiheit…

Panizzas «Vreneli’s Gärtli» ist das Psychogramm eines Flüchtlings ebenso wie jenes der Schweiz als Exilland, und beide bleiben in ihrer Ambivalenz aktuell.

Ute Kröger

Ute Kröger, Studium der Germanistik, Philosophie, Geschichte, Doktorat; neben arbeitsreichen Familienfreuden Lehrtätigkeit an Gymnasien und in der Erwachsenenbildung in Deutschland; wissenschaftliche und publizistische Arbeiten. Lebt als freie Publizistin in Kilchberg. Im Limmat Verlag sind lieferbar: «‹In welchen Zeiten leben wir!› Das Schauspielhaus Zürich 1938–1998» (Co-Autorin), «‹Zürich, du mein blaues Wunder›. Literarische Streifzüge durch eine europäische Kulturstadt», «‹Wie ich leben soll, weiss ich noch nicht›. Erika Mann zwischen ‹Pfeffermühle› und ‹Firma Mann›», «‹Nirgends Sünde, nirgends Laster›. Zürich inspiriert Literaten» sowie «Gottfried Semper. Seine Zürcher Jahre 1855–1871».

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Oskar Panizza

Oskar Panizza

Oskar Panizza, 1853 geboren in Bad Kissingen, ausgebildet zum Nervenarzt, war ein deutscher Schriftsteller, Satiriker und Publizist. Er griff den autoritären wilhelminischen Staat scharf an und war ein dezidierter Antikatholik, seine Bücher wurden meist sofort verboten, er selbst polizeilich verfolgt. 1896 bis 1898 lebte er in Zürich, nach seiner Ausweisung in Paris. International steckbrieflich gesucht, ging er nach Deutschland zurück, er starb 1921 in einem Sanatorium in Bayreuth.

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NZZ am Sonntag, 2. Oktober 2016
Schweiz am Sonntag, 27. November 2016
Deutschlandradiokultur, 18. Januar 2017
Appenzeller Volksfreund, 4. Februar 2017
Münstergass-Buchhandlung Buchtipps, 27. März 2017


«Den Text hat Ute Kröger mit einem reichhaltigen Nachwort sowie weiteren Materialien neu ediert. Er fasziniert als Amalgam aus Satire, erotischer Skurrilität und versteckter Huldigung an Zürich.»  NZZ am Sonntag

«Ich habe das appetitlich aufgemachte Büchlein gleich verschlungen, und es ist mir wohlbekommen. ‹Vreneli's Gärtli› ist eine erotisch-hintersinnige Liebeserklärung an Zürich und die Schweiz.»  Schweiz am Sonntag

«‹Vreneli's Gärtli› erschien ursprünglich 1899 in seiner Zeitschrift ‹Zürcher Diskuszjonen›
und war kaum bekannt; nun bringt es der Zürcher Limmat Verlag mit einem ausführlichen Nachwort der Herausgeberin erstmals in Buchform. Eine herrliche Lektüre.»  Deutschlandradio Kultur

 «Humorvoll frech und ironisch.»  Münstergass Buchhandlung

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