Fanny Wobmann
Bäume, wenn sie fallen
Übersetzt von Lis Künzli
ersch. August 2026
978-3-03926-110-9
Erinnerungen an eine Kindheit in Madagaskar
Was tun wir mit Kindheitserinnerungen, die mit der Zeit einen beunruhigenden Beigeschmack bekommen?
Fanny Wobmann hat ihre glücklichsten Kinderjahre in Madagaskar verbracht. Der Vater arbeitete als Entwicklungshelfer, sie wohnten in einem grossen Haus mit Garten. Das blonde weisse Mädchen fühlte sich ganz selbstverständlich als Teil des afrikanischen Kontinents. Ihre Privilegien realisiert die erwachsene Frau erst heute, zunehmend verunsichert, was sie mit diesem Teil ihrer Identität anfangen soll.
Sie beginnt, sich damit zu befassen, ihre Erinnerungen zu befragen. Hat ihre Kinderfreundin Nirina ihre Freundschaft auch als Glück erfahren? Was ist mit dem Dokumentarfilm über Entwicklungshilfe von damals, in dem ihre Eltern auftreten? Die Sache wird kompliziert, auch für ihre Eltern und Geschwister.
«Bäume, wenn sie fallen» ist eine poetische wie politische Erzählung über ein persönliches koloniales Erbe sowie über die Natur der Erinnerung und des Erzählens selbst.
Fanny Wobmann
Fanny Wobmann, geboren 1984 in La Chaux- de-Fonds, studierte Soziologie an der Universität Neuchâtel. Sie ist Gründungsmitglied des Autorenkollektivs Ajar und der Theaterkompanie PrincesseLéopold, für die sie schreibt, spielt und Regie führt. «Am Meer dieses Licht» ist ihr zweiter Roman.

© Bernard Bonnefon
Lis Künzli
Lis Künzli, geboren in Willisau, studierte Germanistik und Philosophie in Zürich und Berlin und lebt heute in Toulouse. Die Übersetzerin von Amin Maalouf, Atiq Rahimi, Camille Laurens, Pierre Bayard, Pascale Hugues, Marivaux, S. Corinna Bille u. a. wurde 2009 mit dem Eugen-Helmlé-Übersetzerpreis und 2024 mit dem Prix lémanique de la traduction ausgezeichnet.«Eine Suche nach Identität und Wahrheit, die die Wahrnehmungen der Autorin sowie die Familiengeschichte ins Wanken bringt.» Emmanuelle Caminade, L’Or des livres

