«Man treibt sie in die Wüste»
Clara und Fritz Sigrist-Hilty als Augenzeugen des Völkermordes an den Armeniern 1915–1918
Mit einem Vorwort von Wolfgang Gust
gebunden, 1. Auflage, 46 Fotos und Abbildungen, 304 Seiten
Oktober 2016Noch am Hochzeitstag reisen im April 1915 der Bauingenieur Fritz Sigrist und die Krankenschwester Clara Hilty aus dem Schweizerischen Werdenberg in die südöstliche Türkei, wo Fritz seit 1910 beim Bau der Bagdadbahn arbeitet. Kurz nach ihrer Ankunft beginnen die armenischen Deportationen, Tausende und Abertausende von Armeniern ziehen unter ihrem Fenster vorbei, während sie oben in ihrem abgelegenen Häuschen ihren Alltag leben. Bei einem Besuch in Aleppo ist ihnen klar geworden, dass es sich um gezielte Todesmärsche handelt.
Trotz Widerstand der Sigrist-Hiltys und anderer Ingenieure müssen sich bald auch die armenischen Facharbeiter an der Bagdadbahn diesen Todesmärschen anschließen. Nur vereinzelt gelingt Rettung, so verhelfen sie ihrem armenischen Magaziner Haig Aramian zu einer abenteuerlichen Flucht.
Clara, die Tagebuch führt, dokumentiert die Gräuel in ihren Alltagsnotizen und schreibt einen Augenzeugenbericht, auch Fritz Sigrist verfasst Schriften dazu.
Dora Sakayan hat die kurrentschriftlichen Dokumente transkribiert, akribisch aufgearbeitet und ins historische Geschehen der Zeit eingebettet. Mit Hilfe eines autobiografischen Buches von Haig Aramian erzählt sie zudem, wie das Ehepaar ihm das Leben gerettet hat.

Bildrechte: Mariné Anakhatounian
Pressestimmen
«Es ist Erstaunliches, was die armenische Germanistikprofessorin Dora Sakayan aus dem Schweizer Archiv für Zeitgeschichte zutage gefördert hat. Sakayan versammelt viele Dokumente aus dem Nachlass Sigrist-Hilty und versieht sie mit ausführlichen Kommentaren und Einführungen. Ihre Aufmerksamkeit gilt dabei gleichermassen dem Schicksal der ArmenierInnen wie dem Alltag der jungen Schweizerin.» WOZ
«Da das Tagebuch der genauso sympathischen wie mutigen Clara Sigrist-Hilty Zeugnis ablegt von der unmenschlichen Behandlung der Armenier durch die Jungtürken, ist es ein wichtiges Dokument jener Zeit.» Tages-Anzeiger
«Am Völkermord an den Armeniern waren auch Deutsche beteiligt. Ein neues Buch liefert jetzt einen Augenzeugenbericht über die grausamen Verbrechen vor rund 100 Jahren.» vorwärts
«Die Aufzeichnungen von Fritz und Clara Sigrist-Hilty werden die andauernde Diskussion um den Völkermord an den Armeniern bereichern. Sie sind aber auch Zeugnis mutigen Handelns, das Respekt verdient.» buchmedia Magazin
«Einmal angelesen, legt man es nicht mehr aus der Hand.» Werdenberger & Obertoggenburger
«Man merkt dem Buch nicht nur die Sachkundigkeit der Herausgeberin an – auch ihre persönliche Nähe zum Gegenstand wird spürbar. Sie legt keine streng wissenschaftliche Studie vor, sondern ein spannendes Buch, das Sozial- und Weltgeschichte anschaulich miteinander verknüpft - und bewegt.» bref
«Die Tagebucheinträge von Clara Hilty sind ein wichtiges Dokument über die Gräusel dieser Todesmärsche. Gleichzeitig sind sie ein Dokument sowohl menschenverachtender Strukturen als auch christlicher Nächstenliebe.» Salve
«Der Autorin liegt daran, Clara Sigrist-Hilty und ihren Werdegang in allen ihren Facetten zu erfassen und sie nicht auf ihre zweifellos wichtige Rolle als unfreiwillige Zeitzeugin eines Völkermords zu reduzieren.» Werdenberger Geschichten
